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 No Milky Way...

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Lady Ann
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BeitragThema: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 13:56

Neue Kleider des Königs
Vor dem Eingang zum Appartement seiner Majestät saßen schweigsam zwei alte Näherinnen. Die Arbeit an einem neuen Anzug des Imperators, den er sich zum kommenden Fest wünschte dauerte ganze zwei Monate und heute in der Früh lieferten sie das fertige Gewand endlich an den Oberdiener ab. Seit mehr als eine Stunde lauschten sie schon an der Spalte und betteten zu ihren Göttern in der Hoffnung auf eine baldige Erlösung, denn diese Ungewissheit, ob sie bestrafft werden müssen oder der Große Imperator dieses Mal mit ihrer Arbeit zufrieden sein wird, war kaum noch auszuhalten. Sie trauten sich nicht zu sprechen und blinzelten nur hin und wieder zu einander; beide mit von der Verzweiflung verzerrten Gesichtern, die man nur erahnen konnte, denn ihre Köpfe waren bis auf die Nase in weiße Tücher gewickelt, so wie die Sklaven es fortschrittsmäßig auf dem Ikarus trugen um ihre Gesichter vor den gehobenen zu verbergen. Auf einmal zuckten sie heftig zusammen, so als hätte sie ein Blitz gleichzeitig getroffen.
Aus der Tiefe des langen nur schwach beleuchtenden Korridors hörten sie schnelle, stakkato artige Schritte, die sich geschwind Ihnen nähten. Die beide gingen noch tiefer in die Knie als sie es eh schon waren und spähten verstohlen zu den Gestalten hinauf, die gerade noch um die Ecke bogen und jetzt zügig auf sie zukamen. Die Umrisse der Gestallten nahmen rasch die Konturen an und die alten Nährinnen erkannten darin den zweiten Mann, den sie abgesehen von Imperator selber, nicht minder fürchteten. Es war sein Advancer, Roy Tztzi, in Begleitung von einer Truppe von vier bis auf die Zähne bewaffneter Soldaten, die vor der Tür wie angewurzelt und allesamt in demselben Augenblick stehenblieben. Verschreckt, huschten die Näherinnen tief zum Boden gedrückt so schnell wie möglich an ihnen vorbei und ließen sich erst dann wieder nieder, als sie einen richtig guten Abstand von mehreren Meter von dem Advancer und seinen bewaffneten Untertannen hatten. Jeweils zwei Soldaten gingen zu der rechten und der linken Seite der massiven Eingangstür, hoben ihre schwere, bedrohlich aussendenden Gewehre erst hoch, drückten dann diese rückartig an ihre Schulter zurück und blieben stramm und breitbeinig, die Blicke starr an die Tür gerichtet, stehen.
Roy Tztzi, ein großer, in ein pechschwarzes Mantel mit höhen Kragen gehüllter, schlanker Mann, dunkelhaarig und blass häutig,- außergewöhnlich blass, als ob ihm das Blut aus dem Gesicht für immer weg wich, mit einer sternförmigen rotlodernden Narbe auf der linken Wange, die umso mehr Kontrast zu seiner Haut bildete und nicht zu übersehen war -, packte pfeilschnell mit einer Hand, die in schwarzen Lederhandschuh steckte, (die andere seiner Hände umklammerte eine etwas kürzere als bei den Soldaten, aber nicht weniger respekteinflößende Schusswaffe) den glatten, golden-glänzenden Türgriff und riss ohne jegliche Vorwarnung wie Anklopfen die Tür auf, dann marschierte er mit erhobenem Haupt herein und verschwand dahinter.
Der Große Imperator oder Sunama Rehetha Jee’an, wie sein bürgerlicher Name lautete, blickte gerade halbmissbilligend halbselbstzufrieden in den großen, goldumrahmten Spiegel und zupfte an seinem strahlendweißen Kittel, den er gerade anprobierte.
„Ein Glück das ich sowieso gut aussehe egal was ich anhabe!“-verkündete er ohne Roy eines Blickes zu würdigen und obwohl der Spiegel in der Mitte des Raumes mit dem Rücken zu Tür stand und somit sie komplett verdeckte, wusste Roy, dass der Imperator seine Erscheinung sofort bemerkt hatte. „Man sagte mir sie haben sich außerordentlich viel Mühe gegeben um mich dieses Mal nicht zu enttäuschen! Immerhin geht es um den intergalaktischen Fest und nicht irgendeine Versammlung von ein paar Dummköpfen aus der Nachbarschaft! Doch schau mal genau hin, Roy!“ – endlich trat Sunama hinter dem Spiegel hervor, breitete die Arme aus und musterte Roy mit puren Entsetzten und Zorn im Gesicht. Roy, der seine Arme hinter dem Rücken verschränkt immer noch an der Tür stand und keinen auch so kleinen Anzeichen von Unruhe in seinen Zügen zeigte, antwortete mit einer ruhigen Stimme: „Mein Gebieter, Ihr sieht darin blendend aus.“
Sunama beachtete ihn nicht und fuhr aufgebracht fort:
„Dieser Kittel sieht kaum anderes, als alle die sie mir schon zuvor genäht haben! Es sollte AUSERGEWÖHNLICH sein, so lautete mein Befehl. Und sie denken, nur wenn sie ein wenig an weißen Fetzen wie diese rumexperimentieren, merke ich nicht, dass es immer noch das gleiche Model ist?“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 13:57

Er schnaubte und verschwand wieder hinter dem Spiegel.
„Was stehst du da blöd herum?!“ bellte Sunama auf einmal und erst jetzt merkte Roy Ramasus, den alten buckligen gebrechlichen Oberdiener des Imperators, der sich die ganze Zeit im Hintergrund hielt und jetzt aus der dunklen Ecke des Raumes zu seinem Gebieter den Kopf tiefhaltend und die Augen nach unten gerichtet, eilte.
„Wir haben jetzt keine Zeit mehr, also muss ich wohl DAS hier tragen!“-er zeigte sich wieder dem Roy hervor mit vor Wut rotangelaufenem Gesicht und seine Stimme klang ungeheuer finster: „Sorg dafür, dass diese Nichtsnutze ihren Fett wegbekommen! Und du,“- er wirbelte sich zu Ramasus hin „Du gehst und suchst mir sofort die Neuen, die etwas von ihrem Werk verstehen! Und wehe sie auch so unfähig sind wie diese, dann ziehe ich dir persönlich deinen alten Fell ab! Bring mir jetzt den Rest!“
Ramasus, sichtlich erschrocken, humpelte hin zu dem großen, aus massivholz gebauten Sessel der neben dem Spiegel stand und worauf einige Gegenständen lagen: eine glänzende Säbel, ein roter langer Stoffstreifen, Schere und anderes Nähzeugs, schnappte sich den roten Streifen und band ihn mit zitternden Händen um Sunamas Taille zu einem Knoten um. Danach ging er einen Schritt zurück, begutachtete seinen Herr und öffnete den Mund:“ Mein Gebieter!“ stieß aus ihm leise raus, doch Sunama unterbrach ihn augenblicklich mit eisiger Stimme: „Ich habe dir nicht gestattet zu reden, also halt dein Mund!“ mürrisch betrachtete er sich noch mal in dem Spiegel und sein Gesicht lief scharlachrot an, ganz ähnlich der Farbe des Streifens, den er jetzt trug.
„Nicht zu fassen, dass ich diese Fetzten an meinem Ehrentag tragen muss! Die ganze Droom wird uns zuschauen, die Jordans werden sich sicher prächtig bei dem Anblick amüsieren.“ Eine Minute lang war es ganz still in dem Raum, man hörte nur wie Sunama mit den Zähnen knirschte und wie Ramasus tiefgebeugt schwer und schnell atmete, dann durchbrach eine gelassene Stimme die Stille und holte Ramasus aus seiner tiefen Verbeugung raus. „Ramasus, gib seiner Majestät jetzt die Säbel.“ befahl Roy. Er durchquerte den Raum und blieb nur ein paar Schritte vor dem Imperator stehen. Seine tiefsitzenden dunklen Augen strahlten eine Art Ruhe aus, die auf Sunama eindämpfend wirkte und seine Wut üblicherweise milderte. „Ich wette, dass es einen Furor geben wird, wenn die Menge Euch sieht. Eure Taten und die Haltung, sowie Eure Stimme sind die des wahren Herrschers, und die Taten sind das, was einen Herrscher ausmachen, nicht seine Kleidung.“
Jeder andere wurde nie wagen sich gegen Sunamas Wut zu stellen, nicht mal hinter seinem Rücken wurde je einer etwas Derartiges sagen oder gar denken. Niemand außer Roy Tztzi, seinem engsten Vertrauten und Berater, den einzigen Berater, auf den Sunama je gehört hatte; den einzigen Mann in der ganzen Infrahanzien der ab und zu es schaffte die Meinung des Imperators zu ändern oder zu beeinflussen und den einzigen, der es sich erlauben könnte so mit Sunama zu reden ohne sofort bestraft oder getötet zu werden.
Sunamas Verstand war noch etwas vom Zorn berauscht, seine Augen aber funkelten nicht mehr und ein Lächeln bereitete sich langsam auf seinen wohlgeformten sinnlichen Lippen aus. „Du hast Recht Roy, ich habe schon viel zu viel Zeit für solche Belanglosigkeiten verschwendet!“
Einmal noch warf er einen kurzen kritischen Blick in den Spiegel und schmunzelte in sich hinein, als ob er sich selber jetzt in einem anderen Licht sehen würde. Es blickte ihm, ein athletisch gebauter junger Mann mit militärisch gerader Haltung entgegen. Seine stahlblauen Augen, die in jeden, den er anschaute, wie zwei scharfe Dolche eindrangen, waren von der Sorte die einem auf einer Seite faszinieren und man sie unendlich lang mit dem Blick verfolgen möchte, andererseits es nie lange durchhalten würde, so eisig wirkten sie. Jeder, der ihm begegnete und diese Augen sah, könnte schwören, dass er nie zuvor in der ganzen Droom Galaxie solche Augen je gesehen hatte und nie zuvor hatte ein Blick auf ihn so eine Wirkung wie des Imperators, als ob man allen seinen Gefühlen Wiederwillen sofort Preisgeben würde. Dabei war Sunama kein Telepath, was man schon lange wusste und wofür man sehr dankbar war. Er trug seine hellbraunen Haare ganz kurzgeschnitten und im Gesicht hatte er gar keine Behaarung, was üblich bei der oberen Schicht der Infrahanzien war. Man konnte Sunama fast als gutaussehend bezeichnen, wäre da nicht dieser arrogante und zornige Gesichtsausdruck und die Lippen, die sich andauernd anmaßend nach oben kräuselten und seinem Gegenüber das Gefühl verliehen, er würde ihn verhöhnen.
Gegenwärtig trug er einen strahlendweißen Kittel mit goldenen Schulterstücken und einen scharlachroten Gürtel, der eng um seine Taille gebunden war. Der ganze Anzug war mit kleinen feinen Ornamenten verseht, die mit schwarzen glänzenden Faden handgestickt waren. Dazu trug er weiße Handschuhe und goldene antike Säbel auf der Seite. Wenn man sich die Säbel näher anschaute, sah man das Emblem des Imperators, (eine große, schwarze, mechanisch wirkende Spinne) auf dem oberen Goldstück der Scheide, das reliefartig hervorgehoben war und sich im Gefäß wiederholte.
„Ich möchte noch mal über alle Sicherheitsmaßnamen von dir hören, Roy.“ Mit einer Kopfbewegung beförderte er Ramasus, der gerade hastig das Nähzeug von dem Sessel wegräumte, aus dem Zimmer. „Und such mir schon die Neuen!“ bellte er den alten Diener hinterher, danach ließ er sich in den Sessel sinken und musterte Roy mit seinen bissigen Dolchaugen.
Wie so oft ärgerte er sich gerade wieder, dass er weder Roys Gedanken noch seine Gefühle erahnen konnte. Sein Advancer war einer der sehr wenigen, die es schafften irgendwie eine für Sunama undurchdringliche Mauer zu erbauen, wo er nicht imstande war dahinter zu blicken. Roys Empfinden blieb stetig von ihm verborgen. Es ließ ihn einerseits keine Ruhe, anderseits fand er es höchstinteressant. Denn das letzte Mal sah er eine Person, die ihn nicht in ihre Gefühlswelt ranließ vor sehr langer Zeit, als er noch ein Junge von zwölf Jahren war. Es geschah auf seinem Heimatplaneten Albatrus, wo er großgeworden war, als er mit seiner Adaptivmutter eines Tages durch einen Bazar schlenderte und teils aus Langweile, teils aus Spaß in die Gefühle an ihnen vorbei gehenden Leute eindrang. So lange er sich zurückerinnerte, konnte er das ohne Hindernisse bei jedem tun. Deshalb war er den anderen so unheimlich und auch überlegen. Von klein auf war er es gewöhnt, dass alle nach seiner Pfeife tanzten und wenn jemand sich zu Wehr setzte, manipulierte und bearbeitete Sunama diejenigen solange bis seine Opfer aufgaben. Er sprang von einer Person zu der anderen, während seiner Adaptivmutter mit den Händlern über die Preise diskutierte. Er überlegte schon, ob er ihr sagen sollte, dass ein Händler, der partout mit dem Preis nicht runtergehen wollte, einfach zu dem Zeitpunkt äußert verärgert und genervt war, Sunama könnte zwar nicht wissen warum, aber er konnte das Ungeduld und das Durcheinander des Händlers spüren. Es hatte keinen Sinn mit ihm jetzt zu feilschen und allmählich nervte diese Unterhaltung zwischen dem Händler und seiner Mutter Sunama selbst. Er holte tief Luft, aber noch bevor er einen Laut vor sich geben konnte, spürte er dieses abrupte Gefühl, so ähnlich wie einer es spüren würde, wenn man ihm einen der Sinne wegnahm. Sunama fühlte sich als wurde er ganz plötzlich blind und taub. Er schaute sich verwirrt um und sah eine vermummte Frau an ihnen langsam vorbeischleppen. Doch die Frau war es nicht, er konnte ihre Angst und Kummer fühlen. Es war ein Kind, das sie in dem Rucksack auf den Schultern trug und das genauso sorgfältig wie die Frau in einen Tuch von Kopf bis Fuß eingewickelt war. Es war ein Kind von 5 bis 8 Jahren, so schätze Sunama es anhand seiner Größe, eigentlich unmöglich älter als fünf, denn sonst würde die Mutter wohl kaum es noch auf den Schultern tragen. Sunama vergaß den Händler und seine Mutter und starrte nur die Frau und das Kind an, die nun langsam sich von ihm entfernten.
Als Roy, nach vielen Jahren seit dieser Begegnung vor ihm stand, fragte Sunama, ob er je auf Albatrus gewesen war. Doch zu seiner Enttäuschung antwortete Roy, dass er noch nie diesen Planeten gesehen hatte. Auch war Roy ein Stück älter als Sunama, somit war es unwahrscheinlich, dass er damals das Kind im Rucksack gewesen ist. Sunama entschloss sich dieses Phänomen zu beobachten, das Beste daran war ja, dass er Roy tatsächlich viel Vertrauen schenkte, sein Advancer hat mehrmals seine unendliche Treue und Loyalität ihm gegenüber bewiesen. Deshalb betrachtete er Roy nicht als Gefahr, ärgerte sich jedoch häufig darüber, nicht hinter Roys Mauer blicken zu können.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 13:58

„Mein Gebieter, Roys Stimme fühlte sich sehr warm und ausgeglichen an, ohne nur ein wenig unterwürfig zu klingen. „In Kürze erreichen wir den Orbit von Romulus, deshalb werde ich Euch nur einen schnellen Bericht abstatten. Eine Truppe von bestausgebildeten Elitesoldaten wartet schon am Ausgang auf Eure Ankunft.“
„Wie viele sind das?“ unterbrach ihn Sunama und rutschte dabei ungeduldig auf seinem Sessel hin und her.
„Es sind vierzig von meinen besten Leuten die ich selber überprüft habe. Ich kenne jeden von ihnen wie meine Hosentasche und ich garantiere..“ Sunama lachte kurz auf und schaute in dem nächsten Augenblick seinen Advancer mit breitem Grinsen an. Der Gedanke daran, dass Roy Hosentaschen besitzt belustigte ihn. „..für Eure Sicherheit“-vollendete Roy seinen Satz ohne sich verwirren zu lassen.
„Gut, gut,- Sunama zog einen seiner weißen Handschuhe aus und wedelte damit hin und her. „dass wir hier guten Schutz haben weiß ich. Wie sieht es auf dem Romulus aus? Was haben wir in Menedis zur Verteidigung, DAS interessiert mich brennend, nicht deine Elitesoldaten.“
„Vor Monaten schon postierte ich dort unsere Truppen, das Parlament wird rund um die Uhr überwacht, ich habe persönlich die Gästeliste überprüft. Jeder wird vor dem Eintritt durchsucht, selbstverständlich sind keinerlei Waffen erlaubt. Wir haben einen Überwachungsraum extra errichtet, alle Besucher stehen auch während des Festes unter ständiger Beobachtung und meine Leute sind bereit sofort einzugreifen, falls doch etwas passieren sollte. Ihr müsst Euch wirklich keine Gedanken machen, Eure Majestät.“
„Das hast du mir auch versichert, als wir auf Gadakka waren“- sagte Sunama, zog den rechten Ärmel seiner Kittel hoch und zeigte Roy eine hässliche dicke Narbe, die seinen Arm durchquerte „Und hier ist noch eine! Falls du es vergessen hast!“ er öffnete den Kragen und reckte seinen Hals in Roys Richtung.
„Ich habe es nicht vergessen, Gebieter“ seufzte Roy. „Es war meine Schuld, ich habe die Gefahr unterschätzt. Ich kann Euch Eure Misstrauen mir gegenüber nicht übel nehmen. Dieses Mal, ich versichere Euch, war ich extrem wachsam. Es war auf Gadakka nicht vorhersehbar, dass man Euch versucht anzugreifen. Es war das alle erste Mal, dass jemand wagte..“
„Und das in aller Öffentlichkeit! Während man unseres Treffen in der ganzen Galaxie ausgestrahlt hat.“- entrüstet, zerknüllte er seinen Handschuh und warf ihn zu Roys Füßen hin. „Schon als wir dort ankamen spürte ich den Verrat, nur war ich mit anderen wichtigeren Dingern beschäftigt und bei so einer Menge sind Verräter leicht zu übersehen. Außerdem ist es nicht meine Aufgabe!“
„Von der anderen Seite betrachtet, Eure Majestät, weiß jetzt jeder in der Galaxie, dass man Euch nicht einfach so töten kann.“ Roy hob den weißen Handschuh von Boden auf und reichte ihn Sunama. Der Große Imperator versetzte Roy ein höhnisches Lächeln: „Falls es die Jordans waren, haben sie ihre Lektion gelernt. Ich bin mir sicher, dass es ihre Spion war, ein Mörder, den sie mir auf den Hals schickten. Ach, wieso hast du ihn getötet, Roy? Er konnte uns noch einiges Erzählen. Außerdem hast du mir das Vergnügen geraubt ihn zappeln und schreien zu sehen.“
„Ihr wisst ja, dass ich schnell handeln musste. Es geschah so blitzschnell, dass ich keine Zeit zum Überlegen hatte. Ich schieße nie daneben, Eure Majestät“.
„Jaah, zu schnell und zu präzise“ murmelte Sunama eher zu sich selber und hob sich aus dem Sessel.
„Es ist an der Zeit, dass wir uns auf den Weg zum Ausgang machen, mein Gebieter“ Roy schritt zu der Tür, öffnete sie und ging zu Seite um Sunama an ihn vorbeigehen zu lassen.
„Sind wir denn schon in dem Orbit?“
Roy blickte auf seine Uhr und nickte: „Von der Zeit her, sind wir vor zehn Minuten in den Orbit angekommen“
„Macht nichts, sie können auch warten. Ikarus auf dem Himmel bekommt man nicht alle Tage zu sehen“- sagte er mit stolzem Lächeln und marschierte durch die Tür an Roy vorbei.
Die Soldaten ließen den Imperator stramm grüßen und folgten ihn wie auf einem Kommando den Korridor entlang. Roy blieb hinter ihnen. Am Ende des Korridors warteten immer noch die zwei alten Näherinnen, die beim Sunamas Anblick ganz auf den Boden fielen und ihre Gesichter in ihren Händen vergruben. Ein Schatten des Abscheu und Verachtung streifte Sunamas Gesicht, er ging jedoch weiter ohne die zwei zu beachten und verschwand bald samt seiner Begleitung um die Ecke gebogen.
Die Näherinnen glaubten das Schlimmste überstanden zu haben, sie rappelten sich langsam von dem Boden auf als sie Ramasus auf sie humpeln sahen.
„Leider habe ich keine guten Neuigkeiten,“ sagte er, während er seinen alten runzligen Gesicht vom Kopftuch befreite. „Es steht sehr schlecht um euch zwei“
„Aber wieso?“ sagte eine der Näherinnen und ihre Stimme so wie ihre Unterlippe bebten.
„Ich weiß es nicht“, sagte Ramasus und sein Gesicht erfüllte sich mit Mitleid. Zwei Tränen sammelten sich in die Augen einer Näherin und rutschten dann eine nach der anderen ihre Wange entlang.
„Was geschieht mit uns? Bedeutet es den….Tod?“ die andere Näherin wagte es kaum auszusprechen.
Ramasus schüttelte mit dem Kopf.“Vermutlich, wird man euch auspeitschten und verbannen. Vielleicht verliert ihr eure Hände. Das letzte Mal als Imperator mit einem Handwerker unzufrieden war, ließ er ihn die Arme abschneiden, jetzt kann der arme Mann natürlich nicht mehr seiner Berufung nachgehen.“ Ramasus seufzte leise und drückte sanft an die Schulter der Beiden.
„Ihr solltet euch wirklich nicht mehr nur in seiner Nähe blicken lassen, falls ihr dem Tod entkommen wollt. Man glaubt nicht, aber er merkt alles, wirklich jede Person, die er je gesehen hat.“-flüsterte Ramasus ganz schnell ihnen zu und schob sie den Korridor entlang. „Noch hat er kein Urteil ausgesprochen, zum Glück sind im Augenblick viele andere Dinge im Gange womit er sich beschäftigen muss. Flieht, verschwindet einfach, bevor es zu spät ist! Mit Hilfe der Götter vergisst man euch vielleicht dieses Mal!“ Die Näherinnen starrten ihn mit offenen Mündern an. „Mit Hilfe der Götter..!Du lässt uns wirklich gehen?“
„Ja das tue ich, aber ich riskiere meinen Kopf und Kragen. Wenn man euch je erwischen soll, bin ich geliefert!“ Er ächzte und fügte zu „Aber wahrscheinlich sterbe ich bis dahin eines natürlichen Todes!“ Er rollte die Augen nach oben und murmelte ganz schnell ein kurzes Gebet. „Wir danken Dir, wir stehen in Deiner Schuld alter Mann!“ Die Näherinnen verbeugten sich so heftig, dass sie ständig sich gegenseitig mit Ellbogen rahmten. „Nun geht schon, husch mit Euch!“ befahl Ramasus und spähte mit gespitzten Ohren nach links und rechts. Die Näherinnen verbeugten sich noch ein letztes Mal und trippelten so schnell wie sie nur konnten davon.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 13:58

Intergalaktisches Fest
Auf dem größten Marktplatz von Menedis, dem Hauptstadt auf Romulus herrschte an diesem kühlen frühen morgen eine ungewöhnliche Stille. Nur sehr wenige noch müde aussehende Händler langweilten sich an ihren Verkaufsständen, gähnten laut und reckten sich in alle Richtungen. Alle anwesenden stammen ausnahmslos nicht von Romulus, die meisten kamen sogar von ganz weit her um eine Weile auf Romulus zu bleiben und ihre Ware loszuwerden. Als sie ankamen, waren sie mehr als überrascht, dass sie nicht auf dem üblichen Weg auf Romulus landen konnten. Mehrere Tage hingen sie auf ihren Händlerraumschiffen in dem Orbit rum, von imperatorischen Truppen umzingelt, bis sie endlich bis auf das letzte Knopf von Soldaten geprüft eine Erlaubnis zum landen erhielten. Das war aber noch nicht alles, auf dem Romulus selber, der als ein sehr freundlicher Planet bis jetzt bekannt war und alle seine Gäste stets willkommen hieß, wurden sie wieder von den Landwachen aufgehalten und mussten erneut die ganze Ladung ihrer Warren ausräumen und zig Papiere vorzeigen bis sie endlich in die Stadt reinfahren durften. Diese Strapazen machten ihnen zu schaffen, sie haben die letzten Tage kaum geschlafen und jetzt wo sie endlich zum Verkauf bereit auf dem Marktplatz standen war kein einziger Kunde weit und breit zu sehen.
„Ich sagte dir ja, wir sollen uns die Nachrichten anhören bevor wir losfliegen, Anma!“ sagte ein dickbäuchiger glupschäugiger Händler entrüstet zu einer Frau neben ihn, die genauso glupschäugig und gut genährt aussah. Sie war gerade dabei ihr Frühstück zu verzerren und schob sich einen großen Stück rohes Fleisch in den Mund.
„Dann hättest du es auch tun sollen!“-keifte sie zurück mit vollem Mund und ihre Augen quollen dabei hervor.
„Wer hätte es ahnen können,“ seufzte der Mann.“Noch im letzten Jahr wussten wir noch nicht mal seinen Namen und jetzt feiert er hier schon!“
„Sei bloß still!“ warnte ihn Anma und schielte zu dem Nachbarsstand. „Man muss heutzutage aufpassen was man von sich hergibt!“
„Und wir haben nur fünf Tage Zeit, unglaublich!“ fuhr der Glupschäugige fort ohne Notiz von ihr zu nehmen. „Wie soll man bitte schön das alles hier in nur fünf Tagen loswerden!? Heute wird wohl kaum jemand noch hier vorbei kommen! Dann haben wir nur vier Tage bis zum Abflug! Was sind das bloß für neue Regel, wer hat sie sich ausgedacht!“ Er sprach jetzt ganz laut ohne sich Sorgen zu machen, dass man ihn hören konnte. Im Gegenteil, schien so, als wollte er seiner Entrüstung Preisgeben. Anma zischte ihn erneut an und warf mit dem Essensresten nach ihn. „Halt doch endlich den Rand!“
„Ihr Mann hat völlig Recht, Werteste!“ hörten sie eine ölige Stimme hinter sich. Ein anderer Händler in einem langen Pelzmantel und einer großen kokonartigen Frisur, das wie Ameisenhaufen aussah, stand jetzt daneben und nickte zustimmend mit dem Kopf, dabei wackelte der Ameisenhaufen nach vorn und zurück bei jeder seiner Bewegungen. Das Glupschäugige Pärchen starrte ihn mit offenen Mündern an, wo kam er bloß auf einmal her?
„Ich heiße Pedrano,“-sagte der Händler, klopfte sich erst mit der linken Handfläche an dem rechten Arm und dann mit dem Handrücken an dem Arm des Glupschäugigen. „Sie kennen unsere Begrüßung?“-fragte der letztere erstaunt.“Sie sehen nicht so aus, als ob sie aus unserer Gegend kommen würden.“ Pedrano nickte:
„Ich komme, wissen die Götter, von der anderen Seite, weil ich gehört habe, dass man hier Pelze der Heulfüchse zu besseren Preisen verkaufen kann. Ich habe Monate gebraucht bis nach Romulus! Und jetzt soll ich in fünf Tagen mich von dannen machen? Ein absolutes Verlustgeschäft!“ Er presste seine Lippen zusammen und verschränkte die Arme. Seine Empörung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
„Sie kommen doch etwa nicht von Suprahanzien?“-fragte Anma und schnitt sich noch ein großes Stück rohes Fleisch mit einem scharfen Messer ab.
„Genau von dort, Werteste, genau von dort!“ Seine Augen waren auf das Messer gerichtet und folgten ihrer Handbewegung. „Ganz von oben! Und jetzt,“- er zeigte auf einen Stand worauf ein Berg Heulfuchspelze sich häuften „Bleibe ich darauf wohl sitzen!“
„Wir bleiben wohl alle auf unserem Zeug sitzen!“ mischte sich ein anderer Händler ein. Ein wildaussehender bärtiger Kauz, klein und mit buschigen Augenbraunen, die zusammengewachsen waren. „Und das alles, weil seine Majestät“-sagte der Glupschäugige mit gesenkten Stimme „ein intergalaktisches Fest auf Romulus unverhofft veranstaltet!“
„Unverhofft?“- sagte Pedrano. „Ganz und gar nicht! Sie haben zwar versucht bis zur letzten Minute den Standort zu verheimlichen, aber glauben sie mir, gewisse Leute wussten über Romulus schon eine Weile und es fehlt einem bekanntlich schwer sowas geheim zu halten.“- er gluckste und fuhr mit der Hand über den Ameisenhaufen. „Die Gerüchteküche brodelte schon vor Monaten bei uns oben, nur ich war so dumm um darauf einzugehen“.
„Sagen Sie mal lieber mein Guter“, wechselte Anma das Thema. „ist das die neue Mode bei Euch da oben? Ihre Frisur sieht, ähm, wie soll ich sagen, ziemlich eigenartig aus.“ Ihr Mann und der Wilde prusteten los und warfen sich die Blicke zu. Pedrano lächelte gelassen zurück: „Ah, wissen Sie, es ist eine Macke von mir. So merken mich die Kunden und kommen immer wieder, wenn nicht um bei mir einzukaufen, dann wenigstens um mich zu bestaunen.“ Alle vier brachen in Gelächter aus, dabei zitterte Pedranos Ameisenhaufen heftig und der Wilde zeigte auf ihn mit dem Finger und lachte umso heftiger. „Wirklich Anma,“- wisch sich der Glupschäugige die Tränen aus dem Auge „Wenn wir je nach Suprahanzien fliegen werden, sollst du dir auch so eine verpassen.“ Anma hörte auf zu kichern, kniff ihre Augen so weit es ging zusammen und zog eine finstere Miene: „Du…,“fauchte sie und der Glupschäugige sprang schnell zu Seite, bevor sie ihn mit dem Fleisch erwischen konnte. „Entzückend!“ murmelte Pedrano und versuchte ein Grinsen zu verbergen. Anma starrte ihren Mann immer noch ziemlich aufgebracht an und ihn fiel nichts Besseres an als zum Anfang des Gesprächs zu kehren.
„Was ich nicht verstehe, warum ausgerechnet hier? Er ist ja kein Romulaner„
„Was?“ fragte Anma etwas abgekühlt.
„Warum feiert er nicht auf seinem Heimatplaneten, meine ich, sondern hier!“ erklärte der Glupschäugige.
„Und welche wäre das? Niemand weiß woher er stamm.“ Erwiderte Pedrano. „Und, mein Guter, was glauben Sie denn weshalb? Romulus ist das Zentrum von Infrahanzien. Es ist ihr Herz!“ er blickte zu Anma und fügte schleunigst zu „Nicht für ungut, aber wir wissen alle, das es so ist, hat eher mit den günstigen Koordinaten zutun“ „Ist schon gut,“ sagte Anma „Wir kommen zwar „nur“ von Guadwerax, wir Ihr wisst, aber Romulus ist eindeutig DAS Zentrum“ Erleichtert fuhr Pedrano fort:
„Im letzten Jahr gab es bei uns Gerüchte, eine schwarze Flotte wäre unterwegs in Infrahanzien. Unser alter Herr nahm dazu keine Stellung und ihr wisst schon, bis von hier unten zu uns nach oben eine Nachricht kommt ist der Inhalt dermaßen verzerrt, dass es nicht mehr der Wahrheit entspricht. Es ist dann nur noch Klatsch und Tratsch!“
„Hier unten war es nicht anderes!“ warf der Glupschäugige ein.“ Erst waren es nur die Gerüchte, hie und da. Erst berichtete man uns von einer Gruppe Kriminellen, eine Bande die immer gefährlicher wird und sowas alles. Gut, dachten wir, wir müssen halt vorsichtiger sein. Aber meine Güte in Infrahanzien musste man es schon immer! Wir haben ja kein sonderlich gutes System hier, so wie bei euch da oben. Kein Staat der angreift und seine Bürger beschützt. Jeder Planet ist auf sich selber gestellt und es wimmert nur noch von Kriminellen Elementen hier unten!“
„Jetzt anscheinend nicht mehr!“ sagte der Wilde mit spöttischem Unterton.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:00

„Wer dachte denn, dass der Junge es zum großen Imperator in so eine unabsehbar kurze Zeit bringt! Es war nur Politik, die ganze Zeit, nur Politik!“ schüttelte er seinen üppig bewachsenen Schopf. Der Glupschäugige nickte eifrig mit dem Kopf: „Er hielt uns alle für die Narren und sackte ein Territorium nach der anderen ein, bis es zu spät wurde! Von wegen Kriminelle!“ Er schnaubte laut und klopfte sich mit dem Zeigefinger auf die Stirn.
„Ach hör bloß auf!“ fauchte Anma und machte dabei eine wegwerfende Handbewegung.“Sogar wenn man es wüsste, und ich denke, dass viele es vermutet haben, es sind ja nicht nur Dummköpfe unter uns!“- sie warf dem Glupschäugigen einen zornigen Blick zu.“Was hätte man da machen sollen? Es gab einfach keine Gegenmacht in Infra, wie du es vielleicht weißt. Es kümmerte keinen was da draußen geschieht, solange man es bequem und sicher auf seinem eigenen Planeten hatte! Viele haben ihre Kleinkriege unter sich geführt, du weißt schon, unser lieber Nachbarplanet zum Beispiel war den willkürlichen Angriffen nicht abgeneigt! Wenn du mich fragst ich bin froh, dass es jetzt einen gibt, der das ganze gestoppt und den ganzen Laden hier unter einen Hut gebracht hat!“
„Das stimmt, es gibt wesentlich weniger heutzutage wovor man Angst im Weltall haben muss seitdem wir den Imperator haben.“ sagte der Glupschäugige kleinlaut.
„Ja, umso mehr muss man heutzutage von was anderem Angst haben!“ erwiderte Pedrano bitter.“ Man munkelt, der Jordan Haus steht auf Kriegsfuß mit dem Imperator. Noch ist es nicht offiziell aber es herrscht an den Grenzen eine eisige Atmosphäre, das sage ich euch. Als ich durchflog spürte ich es ganz deutlich. Man hört, dass auch unser alter Herr, Shakru Jordan sich langsam in Bewegung gesetzt hat. Vor kurzem noch wollte er es nicht Wahr haben, nun kann er nicht mehr Sunamas Macht verleugnen.“ Am Ende des Satzes konnte man nur erahnen was er sagte, so leise wurde er und zuckte nervös mit den Schultern.
„Wir sollen lieber das Thema wechseln“ räusperte der Wilde und starrte dabei Pedrano steinig an. „Wer weiß ob man uns nicht bei unseren Gesprächen belauscht! Man hat den Romulus so abgesichert, als ob es ein Militärstützpunkt wäre!“
„Ist es auch.“ Warf Anma ein. „Wer das noch nicht wahr haben möchte, der ist blind!“ Pedrano schaute nachdenklich an ihr vorbei:
„Oder blöd.“- sagte er. Alle verstummten, dann fuhr Pedrano fort: „Seitdem letzten Angri..Vorfall, ihr wisst schon, sind sie alle verrückt geworden. Man beschuldigte unseren alten Herren den Mörder auf Imperator gehetzt zu haben. Aber es würde mich nicht überraschen, wenn er aus seinen eigenen Reihen stamm! Ich habe solche Schwierigkeiten hier zu landen, ein Wunder dass ich überhaupt noch eine Erlaubnis bekommen habe, Korruption sei Dank! Der Hund des Imperators, dieser Roy Tztzi kann sich sonst wie anstrengen, es werden sich immer Leute finden, die dem Moneten klang nicht wiederstehen können!“
Der Glupschäugige seufzte:
„Das war‘s wohl mit durchlässigen Kontrollen, keiner wird sich trauen in der Zukunft nur ein Auge zu drücken bei den Lizenzvergaben und anderem Papierkramm. Die goldene Zeiten sind vorbei, wir Händler, können jetzt echt einpacken. Und die neuen Steuer und Gebühren die auf uns kommen, daran will ich erst gar nicht denken!“
„Nu mahl doch nicht alles so schwarz! Die von oben zahlen auch ihre Steuer und leben noch ja. Einige ganz gut sogar.“ Sagte Anma und nickte leicht mit dem Kopf in Pedranos Richtung.
„Nicht mehr lange.“ Erwiderte Pedrano „Wenn der Krieg einbricht..“ Er verstummte, denn alle anderen zogen auf einmal lange Gesichter und erstarrten zum Himmel blickend mit einem blanken Entsetzten in den Augen.
Ein dunkler Schatten überzog den Marktplatz, schlagartig wurde es finster und noch kühler, als es schon war. Ein metallisches Knirschen, als ob ein gigantisches mechanisches Etwas versuchen würde zum stehen zu kommen erschütterte die Umgebung. Alle Augen waren nach oben gerichtet. Ein ungeheuer großes schwarzes Raumschiff, dessen Form an einer Spinne erinnerte, blieb gerade dicht über Romulus stehen und verdeckte komplett den Himmel.
Ein leises Murren flog über den Marktplatz. Alle Händler, die noch vor einem Augenblick auf ein Geschäft warteten, verließen jetzt ihre Zelte und Stände und sammelten sich in der Mitte. Sie blieben dort wie angewurzelt und dicht aneinander gerückt stehen, mit offenen Mündern und nach oben starrend.
„Ist es..? Meine Güte ist es tatsächlich…?“ sagte jemand.
„Ja das ist der Ikarus. Ich habe schon davon gehört, aber in meinen schlimmsten Alpträumen konnte ich nicht ahnen wie gewaltig das Ding in Wirklichkeit ist!“
„Es ist der größte Raumschiff der je gebaut wurde!“ hörte man aus der Menge.
Pedrano schubste den Glupschäugigen und flüsterte:
„Und du fragtest noch wo sein Zuhause wäre? Da ist es doch! Von dort aus residiert er, ziemlich clever, nicht? So kann er sich mit seinem eigenen Palast in dem Weltall bewegen, der zudem noch gleichzeitig eine ultimative Waffe ist! Man sieht zwar von hier nicht, aber es gibt tausende von Schiffen, die dort angedockt nur darauf warten jemanden zu verspeisen. Raumschiffe aller Klassen! Jäger, Zerstörer, Verteidigungsschiffe!
Der Glupschäugige flüsterte zurück „Man, was für eine gewaltige Kriegsmaschine, die er sich da gebaut hat! Wem überrascht es noch, dass er sich vor niemanden in die Hose macht? An seiner Stelle würde ich auch nur so herein marschieren und ein Planet nach dem anderen zu meinem eigenen erklären!“
„Du bist aber nicht auf seiner Stelle!- keifte ihm Anma an, die mürrisch sein Geflüster verfolgte. „Also sei endlich still!“und fügte zu: „Seid alle still. Wir sollen uns hier nicht versammeln. Wir gehen jetzt zurück zu unserem Platz!“ sagte sie zu den anderen mit einer Entschlossenheit, die nicht zweifeln ließ, dass sie niemanden mehr in ihrer Nähe haben will.
Doch der Glupschäugige ruhte sich nicht von der Stelle:„Wisst ihr was, heute wird es hier eh nichts mehr werden. Ich denke ich will mir das ganze genauer anschauen!“ Anma wirbelte zu ihm:
„Was sagst du da? Bist du verrückt? Kommt nicht in Frage!“
„Doch Anma, ich hör sonst immer auf dich, aber heute lass mich mal machen was ich will!“ sagte er stur. „Sowas bekommt man nicht alle Tage zu sehen! Ich gehe jawohl, und du brauchst dich gar nicht erst aufzuregen! Es ist sowieso keine Kundschaft da!“
Sie konnte nicht glauben, was sie da gerade hörte: „Wie willst du es überhaupt anstellen, hä? Das ganze Parlament ist abgeriegelt, man kommt nicht mal annähernd da ran!“
„Sicher näher, als man glaubt! Und bessere Sicht als von hier“ sagte er mit Beharrlichkeit. „Nicht wahr?“ drehte er sich zu Pedrano in der Hoffnung von ihm eine Unterstützung zu bekommen. Doch der Heulfuchspelzverkäufer war nicht mehr da. Auch der Wilde war verschwunden. „Wo sind sie denn hin?“ fragte der Glupschäugige und schaute sich hilflos um. Seine Frau packte ihn an dem Arm und zerrte ihn aus der Mitte raus. „Da, da sind deine neue Freunde,“ sagte sie triumphierend und fügte giftig zu: „Aber ich glaube nicht dass du sie noch einholen wirst. Nicht mit diesem Bauch!“ Sie lachte heiser und die beiden, eine gehässig und der andere erstaunt schauten zu, wie Pedrano und der Wilde sich gerade aus dem Staub machten.
„Er hat wohl vor niemanden Angst, weder vom Imperator, noch vor seiner Frau!“ spottete Pedrano als er und der Wilde den Marktplatz verließen und eilig die Hauptstraße entlang marschierten. „Wirklich, ganz tapfer, nicht war Börni?!“ er grinste hämisch und beobachtete den Wilden aus den Augenwinkeln. Doch Börnis Gesicht war wie versteinert.
„Was ist in dich bloß gefallen?!Hast du noch alle Tassen im Schrank? Du kannst einfach deine Fresse nicht halten, wie?“ blaffte er mit rotangelaufenem Gesicht Pedrano an.
„Ach, alles halb so wild“-grinste Pedrano „Nun sei nicht so verkrampft. Alles ist doch gutgegangen! Ein bisschen soll man mit den Leuten reden. Das nennt sich Ko-mmu-ni-ka-tion! Außerdem, hatte ich einen AUFTRAG herauszufinden was der Pöbel hier so denkt!“
„Das ist aber nicht unsere primäre Aufgabe! Du hast fast alles mit deinem Geplapper versaut, echt jetzt! Noch länger und der Fette wäre uns auf den Fersen geblieben!“
„Nie und nimmer!“- lachte Pedrano.“Hast du seine Frau vergessen?“
„Du findest es wohl amüsant, ha? Hast du vergessen was wir hier vorhaben? Anstatt dich zu konzentrieren und zu überlegen, laberst du einfach los und verwickelst dich in gefährliche Gespräche mit irgendwelchen unbedeutenden Dummköpfen!“
„Ist ja gut jetzt!“- sagte Pedrano etwas gereizt. „Wo ist den hier der Teleporter?“
„Folge mir einfach!“ sagte Börni kurz angebunden und beschleunigte den Schritt.
„Wir haben doch noch genug Zeit, wozu diese Eile! Das zieht nur die Aufmerksamkeit auf sich!“ klagte Pedrano und verzog das Gesicht.
„Ach wirklich? Du willst mir was vom auf sich Aufmerksamkeitziehen erzählen?“ brüllte Börni und hielt kurz inne. Dann beugte er sich zu Pedrano, griff ihn unsanft an die Schulter und knurrte ihn an: „Hör zu Freundchen! Ich weiß nicht warum man dir so viel Vertrauen schenkt. Ich tue es jedenfalls nicht. Du tust ab jetzt nur das was ich dir sage und du redest nur dann wenn ich es dir sage, verstanden!“ Pedrano nickte zustimmend und sie gingen, jetzt etwas langsamer weiter. Die Straße ähnelte sich einer Geisterstraße, die zwischen einer Reihe hochgeschossenen graukalten Gebäuden, hauptsächlich diversen Ämter, verlief. Am Ende der Straße bauten sich die Umrisse von mehreren metallischen Kabinen, jede mit einer Tür und fensterlos auf. „Da sind wir.“- verkündete Börni und griff zu der Tür. „Los, da rein!“ Hinter der Tür in der Mitte stand ein kleines Pult mit glattem Bildschirm, den Börni mit Spitzenfingern berührte. Der Bildschirm leuchtete auf und es stand darauf: „Sie befinden sich bei dem Ausgang zum Hauptmarktplatz! Wollen sie aussteigen oder weiter fahren?“ Börni drückte auf die Option „Weiterfahren“ Und als nächstes erschien: „Station wählen“ und mehrere Möglichkeiten, die vorgeschlagen wurden. Börni tippte: „Parlament. Östliches Tor“ Und eine mechanische Stimme verkündete: „Sie haben Parlament, Östliches Tor gewählt. Bestätigen sie.“ Etwas ungeduldig berührte Börni noch mal den Bildschirm. Die Stimme setzte fort: „Ihre Teleportation beginnt in wenigen Sekunden. Bitte entspannen sie sich.“ „Ich bin schon ganz entspannt“- murmelte Pedrano und schloss die Augen. Es vergingen nur wenige Minuten, als die Stimme sich wieder meldete: „Sie haben ihren Ziel erreicht. Parlament. Östliches Tor. Bitte steigen sie aus. Wir wünschen ihnen noch einen angenehmen Tag.“
An dem östlichen Tor, wie an allen anderen auch, stand eine schwerbewaffnete Wache von mindestens zwanzig Soldaten in zwei Reihen links und rechts entlang der Mauer aufgestellt. Eine unförmige Schlange von Besuchern hat sich in der Mitte zum Tor gebildet, die ungeduldig hin und her schwankten, und ihre Hälse emporreckten. Einer von der Wache, offensichtlich höheres Ranges als die anderen, kontrollierte an dem Eingang die Dokumente der Gäste, rief sie dann laut bei Namen und drückte einen kleinen Knopf an der Wand, damit die schmale Öffnung in dem Tor, die eher an eine Guillotine erinnerte, aufging. Die ausgerufenen Gäste verschwanden eilig dahinter und befanden sich ab dem Zeitpunkt auf dem Gelände des Parlaments.
Aus der Entfernung sah das Parlament nach einer riesigen spiegelnden Kuppel aus, die aus der Erde herausragte. Jetzt, mit einer fast unsichtbaren elektromagnetischen Barriere umhüllt, sah das Parlament wie ein Zirkuszelt mit einem Feuerwerk auf dem Dach aus. Immer wieder erglühten blauen und rötlichen Funken aus der Barriere hervor, ein dröhnend summendes Geräusch vibrierte die Luft und es roch stark verbrannt bei den Versuchen der einheimischen Vögel auf die Kuppel zu landen. Ein Weltallaufzug in Form einer schwarzen soliden Röhre beruhte in gleichen Abständen die Mitte des Dachs und schoss dann wieder dem Himmel empor.
Pedrano schaute skeptisch drein als sie an das Tor ankamen und die Schlange, die Soldaten und die Barriere wie ein unüberwindbares Hindernis immer klarer sich vor ihnen aufbauten. „Da sollen wir durch schaffen?“ fragte er und sein Gesicht verriet, dass er keinerlei Hoffnung für ihr Vorhaben hegte. „Wir müssen“ presste Börni durch die Zähne.“Wo ist unser Mann?“
„Siehst du diesen fetten Typen da am Eingang? Den mit der Visage eines gutgenährtes Schweins?“
„Den Gad’ak meinst du?“ fragte Börni ohne auf diese Bemerkung einzugehen.
Pedrano gluckste vergnügt: „Ganz genau der. Er liebt meine Überredungskünste.“ Kicherte er, steckte eine Hand tief in seine Manteltasche und klimperte womit auch immer es sich dort befand. Es gab nur Papiergeld in der ganzen Galaxie, egal ob unten oder oben, es hieß meritas, und diente als einzige anerkannte Währung für den Handel in der Droom, abgesehen von Edelmetallen und Edelsteinen, die aber sehr wertvoll waren um sie in der Manteltasche einfach so zu tragen.
„Ich mache mich mal auf den Weg,“ sagte Pedrano, doch Börni packte seine Arm und hielt ihn zurück. „Wir stellen uns lieber an, so wie alle hier. Der erste Regel lautet: Nicht auffallen! Weißt du es noch?“
„Schon gut! Da du ja so eilig hattest, wollte ich die Schlange umgehen. Aber wie du meinst.“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:01

„Jetzt bringt die Eile nichts mehr“ antwortete Börni und ergänzte „Und zapple nicht so, man konnte ja meinen, du hast die Hose voll!“ Pedrano schaute in der Tat ganz nervös in alle Richtungen und richtete andauernd seine Haarpracht zu Recht. Er bedachte Börni mit einem gequälten Lächeln: „Ach was Blödsinn!“ und holte eine lange dünne Holzpfeife aus der Tiefen seiner Manteltaschen. „Bist du jetzt ganz übergeschnappt?“ fauchte Börni und griff ihn an der Hand.“Steck das sofort wieder rein!“
„Ach was, das ist doch nur Shandikraut! Das raucht doch jeder“ Börni schüttelte entrüstet mit dem Kopf: „Man sagte mir du wärst ein Profi, doch ich zweifle langsam daran! Du willst hier und jetzt dir eine Droge reinziehen, kurz davor..?“
„Du machst echt aus allem ein Problem!“ Mit einer enttäuschten Miene packte Pedrano die Pfeife wieder weg. „Ich wollte mich nur einwenig entspannen und die Zeit vertreiben!“ Börni antwortete nicht und warf ihn nur einen vernichtenden Blick zu. Langsam näherten sie sich dem fetten Gad’ak. „Versage bloß nicht“ flüsterte Börni als sie endlich kurz vor dem Eingang standen. Jetzt waren nur noch sie übrig, alle anderen waren hinter der schmalen Öffnung verschwunden.
Der Ga’dak schien Pedrano sofort erkannt zu haben, denn er schritt erschrocken zurück und seine Augen tasteten verräterisch die Umgebung ab. „Was machen Sie denn hier?“
„Hallo Kumpel!“ sagte Pedrano mit einem breiten Grinsen. „Da bin ich wieder, wie versprochen“
„Verspro…was?“
„Ich dachte ich besuche meinen alten Kumpel wieder“
„Wir sind keine Kumpel!“ knurrte Gad’ak.“Was wollen Sie? Und seien Sie um Gottes Willen leise!“
Pedrano blickte zu Börni: „Ich und mein Freund, wir würden ja so gerne zu dem Fest. Die Rede seiner Majestät anhören, wissen Sie? Es liegt uns wirklich viel daran!“ er fasste sich an der rechten Brust und schaute mit glänzenden Augen drein. „Nu übertreib nicht!“ flüsterte Börni ihm ins Ohr und lächelte dabei schwach den Gad’ak an. Dieser schüttelte entschlossen den Kopf:
„Kommt nicht in Frage! Es sei denn, sie haben eine offizielle Einladung bei sich!“
„Leider nein, aber es wird doch kein Problem für Sie sein auf dieses Knöpfchen zu drücken und uns reinzupassen, oder?“ Er klimperte schon wieder mit seiner Hand in der Tasche.
„Oh nein, das war gaanz was anderes. Hier riskiere ich meinen Kopf und Kragen, es geht einfach nicht, punkt, aus!“
Pedrano beugte sich ganz nah zu seinem Gesicht und flüsterte eifrig: „Nicht mal das kann Sie überzeugen?“ fragte er, zog seine geballte Hand aus der Tasche und öffnete sie ein wenig. Ga’daks Augen blitzten kurz auf als er einen eiergroßen smaragdgrünen Edelstein in Pedranos Hand erblickte, doch er schüttelte erneut den Kopf:“ Nein…leider…ich kann nicht..ich kann einfach nicht“
„Na gut“ sagte Pedrano und seine Stimme klang auf einmal anders, eisig und bitter. Er packte den Edelstein wieder in die Manteltasche. „Dann muss ich sie warnen. Es ist so eine große Enttäuschung für mich, dass ich mich heute höchstwahrscheinlich betrinken werde. Ja, ich gehe in eine Kneipe oder Resideo und lass mich voll laufen. Und wenn ich trinke werde ich seehr gesprächig, nicht wahr Börni?“ Pedrano drehte sich zu Börni und dieser nickte zustimmend. „Viel-leeeicht schaue ich auch dieses Mal zu tief in den Glass, und viel-leeeicht werde ich meine Enttäuschung nicht mehr verbergen können und erzählen müssen, wie mein guter alter Kumpel an dem Östlichen Tor mich in Stich gelassen hat. Denn sonst war er ja immer lieb und nett. Half mir hier und dort. Beim Landung und Durchfahrt. Und das alles ganz günstig, nur für ein paar meritas..“
„Schon gut!“ Gad’ak lief rot an „Jetzt halten Sie still! Um Gottes Willen!“ Seine Verzweiflung stand ihm im Gesicht geschrieben, so wie seine Hilflosigkeit.
„Ich sehe was ich tun kann!“ sagte er heiser und seine Augen quollen hervor. In einer seiner Hände hielt er ein kleines Touchscreen, ein Retika, den er jetzt zitternd beruhte.
„Ihr steht ja nicht auf der Liste….“ Murmelte er.“Ich muss schauen, ob jemand ausgefallen ist…ach da, zwei Besucher aus der Mischdelegation haben sich krank gemeldet...passt perfekt…da fallt sogar ihr nicht so auf“ Er schaute Pedrano und Börni, die ein seltsames Pärchen abgaben, missbilligend an. „Passt auf, ihr müsst euch die Namen merken, die ich euch jetzt sage.“ Er blickte auf seine Retika:“ Medington und Crouls. Merkt ihr euch das?“ Pedrano und Börni nickten gleichzeitig.
“Es gibt noch eine letzte Kontrolle unmittelbar vor der großen Halle. Ihr werdet dort noch mal gescannt, dann sagt ihr, dass ihr zum Plattform 810 gehört. Einer unserer Mitarbeiter wird euch zu euren Plätzen begleiten.“
„Gescannt?“
„Ja, natürlich. Wieso?“ Der Gad‘ak schaute sie argwöhnisch an. „Ihr trägt doch nicht Waffen bei euch, oder? Denn sonst bekommt ihr einen Ärger, den ihr euch nicht vorstellen könnt!“
„Nein, selbstverständlich haben wir keine Waffen!“ eilte Pedrano mit der Antwort. „Es ist so, ich habe da ein Pfeifchen bei mir und nun weiß ich nicht, ob..“
„Jegliche Rauschgift ist strengst untersagt!“ schnitt ihn Gad’ak barsch ab.
Pedrano holte die Pfeife aus der Manteltasche raus und drückte sie dem Gad’ak in die Hand:“Dann entsorgen sie es für uns, ja?“ Dann griff er erneut in die Tasche: „Ach da war ja noch was!“ sagte er mit zuckersüßen lächeln und schob dieses Mal unauffällig den Edelstein in Gad’aks Hand. „Jetzt müssen wir uns aber beeilen.“ Erinnerte ihn Börni.
„Medington und Crouls! Plattform 810!“ verkündete der Gad’ak laut und drückte den Knopf an der Wand. Die Beiden schlüpften hinein und gingen den engen mit gemustertem Teppich belegten Gang entlang bis sie vor einer Bogenhalle standen. Es war sonst keiner mehr zu sehen, nur zwei Soldaten die mit den Scannergeräten in der Hand etwas gelangweilt an die Wand gelehnt warteten.
„Medington und Crouls!“ sagte Pedrano etwas unsicher.
Einer prüfte ihren Namen auf der Liste, der andere scannte sie an den Seiten und ließ sie durch. Die letzte Tür öffnete sich und endlich befanden sie sich in der Halle des Parlaments.
Im ersten Moment wurde den Beiden schwindelig, denn sie standen an der oberste Treppe die steil und spiralförmig tief hinunterging. Der Lärm der auf sie zukam haute sie beinah um. Die Halle war gigantisch groß und entgegen der Vermutung von draußen nur halbrund. Um die tausend von langen schwarzen Pulttischen ragten in einem Halbkreis auf jeder von hunderten Ebenen heraus. An jedem Tisch saßen mindestens fünfzehn Besucher, die sich wild mit einander unterhielten. Es herrschte überall ein Chaos und durcheinander, ungeachtet ganz großen Menge von Soldaten die an der Seiten aller Plattformen postiert waren. Sie bemühten sich die Ordnung zu verschaffen, doch die Aufregung in den Reihen war stärker und die Gäste hockten ungeduldig auf ihren Plätzen, trotz Gewehren die auf sie gerichtet waren. Auf der gegenüberliegenden Seite sah man nur eine flache und tischlose Plattform, in der Mitte deren ein solider Fauteuil mit goldenen Handlehnen und langem breitem Rücken aufgestellt war.
Ein kleiner rundlicher Mann baute sich vor Pedrano und Börni auf. „Plattform?“ fragte er mit einer piepsigen Stimme.
„810“
„Folgen sie mir!“ quickte der Mann und huschte unerwartet schnell und geschickt die Treppe hinunter. Pedrano und Börni schafften es nur mühsam dicht an seinen Fersen zu bleiben. Schweratmend erreichten sie endlich Plattform 810 und wuselten sich durch zu den beiden noch freien Plätzen in der Mitte. „Puh, ein Glück, das wir zusammen sitzen!“ atmete Pedrano aus. Börni sagte gar nichts und musterte die Umgebung aus seinen buschigen Braunen. Zu ihrer linken saß ein hagerer Mann mit gestrecktem Gesicht, knochige Hände in dem Schoß gelegt und nach vorne starrend. Er sagte kein Wort als sie ankamen und beachtete die Beiden nicht. Im Vergleich zu ihrer rechten Nachbarschaft schien er fast zu ruhig zu sein. Zu ihrer rechten saßen zwei junge Frauen mit geflochtenen Haaren und rosigen Wangen. Sie tuschelten aufgeregt miteinander und kicherten hin und wieder verlegen. „Wir sind Familie Kork!“ strahlte Pedrano und Börni plötzlich ein Mann entgegen, der neben der jungen Frauen saß und seiner rosigen Wangen nach zu urteilen dazu gehörte.“Ich bin der Vatter von den beiden hier“ reichte er freundlich erst Pedrano dann den Börni seine Hand. „Sind sie auch so aufgeregt?“ Pedrano machte kaum den Mund auf als der Mann schon weiter plapperte:“ Ich bin SO aus dem Häuschen! Und meine beiden hübschen hier erst.“ Verlegendes Gekicher.
„Es ist das alle erste Mal, dass sie ihn sehen! Und sie sind so vernarrt in ihm!“ Die rosigen Wangen der Beiden liefen jetzt scharlachrot an. „Vatter, hör auf!“
„Wieso denn? Zu Recht! Sie sind in einem heiratswilligen Alter, wissen Sie, wir haben sogar eine Extra-Einladung zu dem Dinner „danach““ zwinkerte er geheimnistuerisch Pedrano und Börni zu. „Nur wenige haben sie bekommen. Sie vielleicht auch?“
„Ähm…nein“-sagte Pedrano und reckte demonstrativ den Hals nach vorne. Der Mann ging ihn allmählich auf die Nerven und er wäre froh ihn loszuwerden. Börni schwieg und schaute eher in einer andere Richtung, sein Gesichtsausdruck verriet aber, dass er auch nicht ganz so begeistert von ihren aufdringlichen Nachbar war.
„Es ist überaus schade, aber der Imperator diniert nur mit Auserwählten!“
„Oh ja“ murmelte Pedrano.
„Bald geht es los Vatter, bald geht es los!“ klatschte eine seiner Töchter aufgebracht in die Hände, als die Lichter in der Halle gedämpft wurden.
„Ruhe! Seine Majestät und große Imperator Sunama Rehetha Jee’an“ Eine markerschütternde Stimme durchbrach plötzlich den Lärm. Es wurde augenblicklich still und alle ragten sich in einer angespannter Haltung nach vorne. Die Tür an der Seite zur großen Plattform öffnete sich und sie sahen eine Kolonne von Soldaten, die lange schwarze Ledermäntel trugen und bis auf die Zähne und Fingerspitzen bewaffnet waren, hindurch marschieren. Der Imperator in seinem weißen Kittel bildete einen grotesken Kontrast zu ihnen. Er ging mit festen Schritten zu dem Fauteuil und ließ sich kerzengerade darauf nieder. Sein antiker Säbel, der an der rechten Seite baumelte, berührte jetzt den Boden. Ein schlanker Mann mit blassem Gesicht, ebenfalls wie Soldaten in schwarz gekleidet kam als letzter raus und stellte sich hinter dem Thron. Der Trupp bildete eine Halbmond- Formation um sie herum und blieb wie versteinert stehen.
Ein gedämpftes Summen in der Halle wuchs stetig an bis es sich zu einem Gedröhn anschwoll. Einer nach dem anderen, wie Popcorn in der Mikrowelle sprangen die Gäste von ihren Plätzten hoch und begannen eifrig zu applaudieren und zu jubeln. Jemand ließ ein schrilles Pfeifen hören. Pedrano und Börni folgten der Menge und klatschten schwach in die Hände, dabei flüsterte Pedrano in Börnis Ohr: „Meine Arbeit ist somit getan, ich möchte jetzt verschwinden!“
„Ein Dreck wirst du tun“ antwortete Börni schroff und packte ihn an dem Arm.“Und deine Arbeit ist noch nicht getan. Schon vergessen, Freundchen. Du gehst, wenn ich es dir sage!“ Pedrano wurde blass um die Nase und hörte für einen Moment mit dem Applaus auf.
„Wird er etwa im Sitzen seine Rede halten?“ sagte der hagere Mann neben ihnen und eine seiner Augenbraunen fuhr hoch, was dem langen Gesicht des Mannes, sonst ohne jegliche Mimik, einen Ausdruck gewisser Ironie verlieh. Er war jetzt aufgestanden und spähte nach vorne, ohne jedoch dem Imperator einen Beifall zu spenden. Kaum hat er diese Frage in den Raum geworfen, als rollten schon zwei vermummten Diener einen Podest zu den Füßen des Imperators. Dieser stand mit gehobener Hand auf und verließ schwungvoll seinen Thron. Die Menge hielt den Atem an, Applaus wurde immer schwächer bis er ganz erstickte, auch die Lichter gingen ganz aus und nur die Tribüne war hellbeleuchtet. Alle Augen waren nun auf den Imperator gerichtet.
Sunamas Gesicht war wie versteinert, nur eine kaum erkennbare Bewegung um den Mundwinkel nach oben war kurz zu sehen, und verschwand augenblicklich wieder. Er tastete eine Weile mit seinen schneidend kalten Augen die Menge von links nach rechts ab bis er endlich zu sprechen begann. Seine Stimme klang ebenfalls eisig.
„Zuerst, will ich euch am Romulus willkommen heißen. Es ist fast über zwei Jahre vergangen, seit jener Zeit, als ich hier kam und euch den neuen Weg zeigte. Nun sind wir vereint! Uns steht noch vieles bevor, aber mein Auge ist wachsam, meine Flotte schnell und meine Eingebung sagt mir, dass Infrahanzien sich vor nichts fürchten muss. Im Gegenteil, man sollte sich vor uns fürchten!“
„Duck dich!“-wisperte Börni und zerrte Pedrano an dem Ärmel. Die Beiden glitten von ihren Plätzten unter den Pulttisch und Börni vergrub seine Hand in den Ameisenhaufen von Pedranos Haaren. Er tastete ein wenig innen rum und zog flink eine kleine Kanone daraus, die er sofort in seine Tasche verschwinden ließ. Pedrano riss an seiner Haarpracht, die sich von seinem Schädel ablöste und warf die Perücke beiseite. Darunter war er ganz kahl. Schweigsam krochen sie unter dem Tisch entlang zu der Treppe, an den Soldaten vorbei, dann trennten sich ihre Wege. Pedrano nahm die Richtung nach Oben zu dem Ausgang und Börni nach unten gen Tribüne. Es war das letzte Mal das sie sich sahen.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:02

„…..“ Sunama blieb in der Mitte des Satzes abrupt stehen und sein Körper verkrampfte sich. Es trat eine absolute Stille ein. Man hörte nur das leise Summen von Lichtern sonst nichts. „Mein Gebieter?“ rief Roy aus dem Schatten. Sunamas Gesicht wurde kreidebleich und er murmelte:“Ich..spüre…Hass…Roy, Roy!“ rief er lauter „Licht!“ Ein Schauder lief ihn über den Rücken. „Licht! Macht das Licht an!“ hörte man Roy brüllen. Sunama griff zu dem Säbel und als die Lichter wieder aufgingen sah ihn ein bärtiges Gesicht mit den Augen voller Abscheu entgegen. Es knallte und Sunama ging wackelnd ein paar Schritte zurück. An seiner rechten Brust breitete sich rasant ein roter Fleck aus der immer dunkler wurde.
„Bloß nicht erschießen!“ gab Sunama von sich und fiel wie ein Sack zum Boden. Roy war schon nach vorne gesprungen, packte den Angreifer an den Kragen und warf ihn runter. Der schien sich aber nicht wehren zu wollen. Er lag da, Augen weit geöffnet und starrte an Roy vorbei. „Ich habe es vermasselt“ sagte er leise, holte schnell etwas aus seiner Tasche und steckte es sich in den Mund. „Nein!“ Roy stürzte auf ihn und versuchte dessen Mund aufzumachen. Doch es war schon zu spät. Der Mann zuckte heftig, sein Körper bebte und ein weißer Schaum brach aus ihm raus. Dann erstarrte er. Für immer.




Vor 2 Jahren
Das intergalaktische Fest fand am 3ten Zolidem statt. Genau an diesem Tag vor zwei Jahren durchquerte ein Mann am späten Abend die Straßen von Medinas nach der Suche von einem Resideo das den Namen „Wurst und Durst“ trug. Er war nicht in Eile und blieb häufig stehen, erforschte mit den Blicken schwach mit Laternen beleuchtete dreckigen Gassen die vor ihm lagen und ebenso schäbigen Baulichkeiten die sich der Gassen entlang ausstreckten. Endlich hielt er vor einer recht runtergekommen Hütte inne und musterte zögernd die schiefhängende Eingangstür. Aus allen Poren der Kneipe stieß Rauch, Gesprächsfetzen und dröhnende Musik nach draußen, aber das alles plus das laute Gejohle wirkte eher ausladend, was für eine Kneipe nicht sehr vorteilhaft war.
Mit einem lauten Knirschen ließ sich die Tür öffnen und er wagte sich herein. Ein säuerlicher Geruch des Schweißes stieß ihn sofort in die Nase, das grelle Licht blendete und die laute Musik betäubte ihn für einen Augenblick, so das er zuerst stehen bleiben musste um sich daran zu gewöhnen. Es war eine ausgesprochen verwahrloste Bruchbudde, eine von der Sorte, die man in diesem Viertel der City häufig sah. Hier, in dem ärmsten Stadtteil von Medinas,- wo Radau, exzessives Trinken und Kriminalität an der Tagesordnung waren, gehörte die Zügel der Macht den Ausgestoßenen.
Die Kneipe war voll, so wie die ihre Besucher. An der zu Wand gedrückten Theke schenkte der Wirt seinen Gästen ein und aus. Viele von ihnen, nicht mehr im Stande zu sitzen, lagen direkt drunter am Boden, meistens in ihrem Erbrochenen, stöhnten und versuchten sich aufzurappeln. Alle Tische waren üppig besetzt, außer einen in der dunklen Ecke links, worauf ein maskierter und mit schwarzem flachem Hut bedeckter Mann in einer recht nüchternen Haltung, die zu dem restlichen Bild der Kneipe nicht zusammenpasste, saß.
Der Neuankömmling quetschte sich an engzusammengestellten Tischen durch und plumpste auf den freien Platz dem Mann gegenüber mit solcher Wucht, dass der Glass des Mannes kurz aufsprang. Der maskierte rührte sich nicht. Der Neuankömmling zog seine tiefsitzende Kapuze vom Kopf runter und offenbarte eine schulterlange silbergraue Mähne und einen ebenso silbergrauen, kurz gestutzten Bart Eine Weile betrachteten sich die Beiden schweigsam bis der Maskierte die Stille durchbrach:
„Sie haben sich verspätet“ sagte er mit einer ruhigen Stimme.
„Oh, Verzeihung! Meine Uhr muss kaputt sein.“ Kam die Antwort und der Grauhaarige hielt dabei seine rechte Hand an dem Ohr. Dann lächelte er:“Wir haben uns noch nicht vorgestellt. Ich bin Dukkard“
„Nur Dukkard?“
„Ja ich weiß es ist ungewöhnlich, dass man nur einen Namen trägt. Aber es ist so.“ er zuckte mit den Achsel. „Darf ich auch ihren erfahren?“
„Jemelaja. “Nur“ Jemelaja“-sagte der Maskierte mit einem Hauch Ironie und deutete eine Begrüßung an indem er seinen Hut leicht mit den Fingerspitzen berührte.
„Gut“ sagte Dukkard immer noch lächelnd. „Das Eis ist somit offiziell gebrochen“ Jemelaja betrachtete sein Gegenüber genauer. Vor ihm saß ein alter Mann in einem grauen Kapuzenmantel, so wie es die Mönche auf Romulus tragen, dachte er sich. Eine Menge von Falten sprengte sein Gesicht, doch seine gütigen und lebhaften Augen, die Jemelaja jetzt mit Neugier musterten, schienen jung geblieben zu sein.
„Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen“,-sagte Dukkard und zog aus den Tiefen seines Mantels eine Pfeife heraus.
„Nur zu. Ich hab es mir zwar abgewöhnt, aber ich hab nichts dagegen“
Jemelaja, der die ganze Zeit gestrafft da saß und beobachtete wie Dukkard seine Pfeife zündet, beugte sich letztendlich nach vorne: „Sie fragen sich sicher, warum ich diese Maske trage?“
Dukkard kniff die Augen zusammen, stieß ein paar grünen Rauchwölkchen aus dem Mund und lehnte sich sichtlich entspannt zurück. „Nein, das tue ich nicht, Sie haben sicher ihre Gründe“ antwortete er.
„In der Tat“ sagte Jemelaja langsam. „Wie geht es jetzt weiter?“
„Sie haben uns aufgesucht weil Sie sich zu uns anschließen wollen“ sagte Dukkard eher feststellend als fragend und seine Augen blieben dabei geschlossen.
„Nun, ich muss ihnen, natürlich ein paar Fragen stellen. Das übliche weshalb, warum, wieso und so weiter. Sie verstehen sicher, dass wir nicht jeden von der Straße bei uns einfach so aufnehmen können.“ Dukkard öffnete wieder die Augen.
„Ich verstehe“ versicherte ihn Jemelaja „Was wollen Sie wissen?“
„Eine Menge. Und vor allem wie Sie uns gefunden haben. Wie kamen Sie auf unsere Kontaktperson?“
„Ich habe sagen wir so, einen Tipp bekommen. Sie verstehen sicher, dass ich meine Quelle nicht verraten kann“
„Schon gut“ sagte Dukkard und holte einen tiefen Zug. „Belassen wir es vorerst. Es liegt sicher an dem mangelnden Vertrauen, was übrigens auf Gegenseitigkeit beruht.“ Murmelte er und richtete sich gerade: „Wie bekommt man hier einen Trink?“
„Gut dass sie das Ansprechen“
„Wollen Sie auch etwas zu trinken? Es kommt ja keiner“ entrüstete sich Dukkard während er die Ausschau nach einem Kellner hielt.
„Selbstbedienung“ sagte Jemelaja kurz angebunden: „Ich sprach von dem Vertrauen“.
„Was ist damit?“
„Wir kennen uns nicht ein Mal. Ich kenne Sie nicht und sie wiederum haben keine Ahnung wer ich bin. Was ich damit sagen will: Was ist, wenn ich nicht das bin wofür Sie mich halten? Was hindert mich jetzt daran zum Beispiel Sie zu verhaften oder gar umzubringen?“
Dukkard lachte leise auf „Versuchen Sie es“.
„Und wie kann ich wissen, dass Sie nicht dasselbe vorhaben?“
„Ein wenig müssen wir uns schon vertrauen“ zwinkerte ihn Dukkard zu.
„Sie sind ein Telepath, nicht wahr?“ fiel der Groschen bei Jemelaja.
„Es ist nicht wichtig was ICH bin oder kann, oder nicht kann. Erzählen Sie mir lieber, warum Sie hier sind“ Und als ob er Jemelajas Unentschlossenheit durchschauen würde fügte er zu: „Sie müssen sich entscheiden, mein Junge. Entweder vertrauen Sie mir und wir sehen weiter, oder Sie stehen auf und gehen, und dieses Gespräch hat dann nie stattgefunden“
Jemelaja rang mit sich selber aber er hatte keine andere Wahl.
„Ich bin gar nicht so jung, wie Sie vielleicht denken.“ sagte er schließlich.
„Oh, im Vergleich zu mir sicher!“ lachte Dukkard.
Jemelajas Augen blitzten hinter der Maske auf.
„Ich bin kein guter Erzähler, stellen Sie lieber Ihre Fragen“
„Im Grunde, die wichtigste Frage ist, was sind ihre Motive? Was treibt Sie woran?“
„Rache“ antwortete Jemelaja schroff. „Ist das ein Motiv genug?“
Dukkard bedachte ihn mit einem Lächeln:“ Sie sind wenigstens ehrlich. Die übliche Antwort auf diese Frage ist man wolle die Welt retten.“
„Falls ich es schaffe mein Vorhaben durchzusetzen, wird die Welt gerettet sein“
„Und was ist mit Ihnen? Werden Sie auch dadurch gerettet?“-grinste Dukkard.
„Keine Ahnung wie Sie das meinen.“-sagte Jemelaja scharf.
„Glauben Sie, dass Sie durch die Rache ihren Schmerz stillen können?“
„Mein Schmerz geht Sie gar nicht an!“
„Ich muss jedoch wissen, wie er entstanden ist.“
Jemelaja überlegte ein Moment bis er fortsetzte. Seine Stimme klang jetzt bedrückt.
„Meine Frau und meine Tochter…Ich habe sie verloren.“
„Wie?“-bohrte Dukkard nach.
„Meine Frau besuchte Ihren Onkel auf Tubus mit meiner Tochter. Sie waren auf dem Rückweg nach Romulus mit einer Gruppe von Händlern als sie überfallen wurden. Das man in Infrahanzien des Öfteren überfallen wird, vor allem wenn man als Passagier oder Händler fliegt, ist nichts Neues, damit muss man rechnen. Es wird einem alles genommen, aber man muss nicht mit seinem Leben bezahlen. Diesmal war es anders, sie wurden alle getötet. Alle. Erwachsene und Kinder. Ohne Grund.“
Jemelaja verstummte
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:02

„Es gibt immer einen Grund.“ Sagte Dukkard nachdenklich. „Wo waren eigentlich Sie?“ fragte er und sah wie sein Gegenüber dabei zusammenzuckte.
„Ich war nicht da.“ Flüsterte Jemelaja und senkte den Kopf.“Ich hätte DA sein MÜSSEN. Aber ich war gerade geschäftlich unterwegs.“
„Ahso?“
„Ich habe selten meine Familie gesehen. Die meisten Geschäfte laufen in der neutrale Zone ab und meine Familie lebte hier auf Romulus.“
„Was waren das für Geschäfte?“
„Ich…war ein freier Söldner.“
„Ich kenne keinen freien Söldner der je reich wurde. Auch was die Lebenserwartung betrifft..“
Jemelaja unterbrach ihn:
„Meine Frau sagte das auch immer. Sie wollte dass ich aufhöre. Lieber sind wir arm aber zusammen und am Leben, sagte sie. Aber ich fand nirgends sonst eine Arbeit, obwohl ich eine gute Pilotenausbildung habe. Und ich wollte meine Familie nicht verhungern lassen. Heutzutage kann man mit einem ehrlichen Job kein Unterhalt verdienen.“
„Ist das so?“
„Wieso stellen Sie alles in Frage, was ich sage? Glauben Sie etwa ich war gerne ein Söldner? Man schläft so gut wie nie, weil es einem jederzeit erwischen kann. Und, wie Sie schon sagten, man wird nicht mal reich. Aber man kann zeitweise gut verdienen.“
„Zu welcher Bande gehörten Sie?“
„Zu keiner“
Dukkard öffnete den Mund. „Dann sind Sie…ich hörte nur von einem in diesem Geschäft der alleine auf sich gestellt war und es schaffte länger als ein Jahr zu überleben“
„Und wie ist seine Name?“-fragte Jemelaja spitz.
„Sie müssen es doch besser wissen, da sie aus dem Milieu kommen. Man nannte ihn „Fuchs“. Allein unterwegs, unglaublich flink und clever. Aber ich hörte eine Weile nichts mehr von ihm“
„Nicht clever genug“ sagte Jemelaja leise.
„Dann lerne ich jetzt den berüchtigten Fuchs kennen? Und er hat Feinde die er nicht alleine beseitigen kann?“
„Es ist kein normaler Feind. Nicht einer von den Leuten mit den ich üblicherweise zutun habe.“
„Haben Sie nicht eine Menge davon ins Jenseits befördert?“
„Nur wenn ich musste. Ich töte nicht aus Spaß, nur wenn ich es muss.“
„Ahso, töten als Job soll nachvollziehbarer sein, als das töten aus Spaß?“
„Ich verstehe ihren Sarkasmus. Es wird vieles erzählt, was nicht mal annähernd der Wahrheit entspricht. Es wird dramatisiert und bis ins unendliche übertrieben. Ich beschützte meine Kundschaft bei ihren zwielichtigen Geschäften, das ist meine Aufgabe. Es kommt nur selten dazu, dass ich meine Waffe verwenden muss. Eher war es notwendig mich selber zu schützen, weil man mich hinterlistig töten wollte. Oft geschah es unerwartet und wenn ich alleine unterwegs war. Einmal erwischte mich beinah ein Auftragsmörder während ich schlief. Ich schaffte es nur wie durch ein Wunder zu überleben.“ Jemelaja fuhr mit der Hand übers Gesicht
„Sie waren schneller?“ lächelte Dukkard.
„Ich wachte nur rechtzeitig auf und wusste sofort dass etwas nicht stimmte. Bevor ich verstanden habe was geschieht schoss ich schon. Meine Kanone geht mit mir immer ins Bett, wissen Sie?“
„Sie entsorgen mit links solch harten Burschen, wie diesen Auftragsmörder alleine und können aber nicht mit dem Killer ihrer Familie fertig werden?“
„Nein das kann ich nicht. Er ist von einem anderen Kaliber. Man kommt einfach so nicht an ihn ran.“
„Ein Killer schafft immer an einen anderen Killer ranzukommen“ sagte Dukkard trocken, aber seine Augen funkelten.
„Er ist kein einfacher Killer. Und auch kein Krimineller obwohl er unzählige Verbrechen schon begangen hat. Und es werden mit jedem Tag immer mehr.“
Dukkard steckte aufgeregt seine Pfeife in den Mund: „Nun sagen Sie schon seinen Namen“ drängte er vorausahnend.
„Sie wissen ganz genau von wem ich rede. Von der schwarzen Flotte. Sunama Rehetha Jee’an“
„Sunama Rehetha Jee‘an“-widerholte Dukkard zerstreut.
„Sie wollen mir doch nicht erzählen dass Sie als Sakurikrieger nicht wissen von wem die Rede ist? Mittlerweile kennt man ihn schon in den entferntesten Ecken der Infrahanzien. Er ist nicht bloß ein Anführer von einer etwas zu groß geratenen und schnell heranwachsenden Bande. Wer das denkt muss wach gerüttelt werden. Er befindet sich auf einem Eroberungszug und ich bezweifle, dass jemand ihn aufhalten kann. Während die meisten Planeten ihre Nachbarschaftskriege führen und Infrahanzien in der Kriminalsumpf versinkt fand sich ein blitzgescheiter der es sich zu Nutze machte.“
„Also Sie wollen doch die Welt retten?“
“Die Welt ist mir egal. Was mit der Welt geschieht interessiert mich herzlichst wenig. Ich wollte nur Ihre mögliche Motive aufzeigen.“
„Sie wissen wohl nicht viel über heutigen Zustand des Ordens, wenn Sie glauben, dass wir Sunama stoppen könnten.“
„Ihr habt die Formwandler vertrieben“
„Es war vor über 500 Jahren und damals war der Sakuriorden eine solide Organisation. Seitdem Krieg haben wir uns nie erholt. Für viele sind Sakuris nur ein Mysterium das nur in Geschichtsbüchern existiert.“
„Aber das wollt ihr doch? Von der Welt verborgen bleiben?“
„Heutzutage ist der Orden zu schwach um große Taten hervorzubringen und diese dann Geheim zuhalten. Somit haben wir keine Mühe ein Mysterium zu bleiben“
„Verstehe ich richtig, ihr wollt gegen Sunama nichts unternehmen?“
„Das habe ich nicht gesagt. Im Gegenteil ist uns jede Hilfe in dieser Angelegenheit willkommen.“
„Deshalb bin ich ja hier. Allein werde ich nichts oder nur sehr wenig ausrichten können.“
„Eine Ausbildung zum Sakurikrieger dauert sehr lange. Wir versuchen Verbündete in allen möglichen Bereichen zu gewinnen“-sagte Dukkard. „Aber das sind Leute, die zwar für uns arbeiten, aber keine wahren Sakurikrieger sind.“
„Sind Sie ein wahrer Sakurikrieger?“-fragte Jemelaja mit einem gereizten Unterton.
Sie schicken mir einen alten Mann. Pure Zeitverschwendung! -dachte er. Ein Telepath soll er sein? Bei den ganzen unnötigen Fragen?
„Können Sie mich eigentlich in diesem Lärm hier hören?“
„Klar und deutlich. Mein Gehör ist überdurchschnittlich“
„Ahja? Können Sie vielleicht auch hören was der Wirt da an der Theke meint? Zwei mal habe ich ihm schon zu gewunken und er kommt nicht!“
„Ich habe Ihnen doch gesagt, dass hier ist Selbstbedienung.“
Und ein Säufer noch dazu.
„Heißt das, dass ich mich durch dieses Gedränge nach vorne kämpfen muss?- stöhne Dukkard und richtete sich langsam auf. „Jetzt hol ich mir aber trotzdem was. Ich sitze hier schon zu lange auf dem Trockenen. Wollen sie auch etwas?“
Jemelaja verneinte
So wie er wackelt, muss seine Shandirpfeife sehr stark gewesen sein.-dachte Jemelaja und sah Dukkard zu, wie dieser mühsam durch die Tische lavierte.
Endlich stand Dukkard an der Theke. Als er mit vollem Glass sich umdrehte um zurückzukehren erwischte er mit seinem Ellbogen einen Gast, der mit seinen Kumpels an dem Tisch daneben saß. Der Inhalt des Glases strömte in vollen Zügen auf sein Gesicht und sickerte den Hals und Hände entlang bis es auf den Boden zu tropfen begann.
Wie gestochen sprang der Gast auf mit rotangelaufenen Gesicht und stürzte sich auf Dukkard:
„Du widerlicher alter Sack!“ brüllte er und packte Dukkard an dem Kragen. Es war ein kräftiger Bursche, zwei mal so groß wie Dukkard und dreimal so breit. „Pass doch auf Opa!“ warf einer seiner Kumpels ein.
Jemelaja schnalzte mit der Zunge und erhob sich leicht. Habe ich mir doch gedacht, dass so etwas passierte!
Dukkard lächelte verlegen, während der wütende Gast ihn heftig schüttelte: „Entschuldigen Sie bitte meine Un-ge-schick-lich-keit“ stolperte dabei seine Stimme. „Sie nehmen einfach so viel Platz ein…was ich damit sagen will, so- kräftig- wie- Sie sind kommt man nur…mit…Mühe..an…ihnen…vorbei!“
„Waaaaaas?“ knurrte der Bursche und holte schon eine aus. Sein Faust erreichte nie Dukkards Gesicht. Jemelaja war noch auf dem Weg zu ihm als er sah wie Dukkard auf einmal sich strafte und blitzschnell den kommenden Faust ausweichte. Dann geschah alles noch schneller. Dukkard wirbelte sich und glitt aus den Händen der Angreifer, packte diesen an den Arm und verrenkte ihn hinter dem Rücken des vor Schmerzen brüllenden Burschen.
„Lass mich loooos!“ jammerte dieser über den Tisch gebückt und mit der freien Hand darauf klopfend. Jemelaja stand daneben mit einer runtergefallenen Kinnlade.
„Sag zu mir bloß nie ein alter Sack!“-verkündete Dukkard und wandte sich zu dem anderen am Tisch: „Und Du nennst mich nie wieder ein Opa!“ Beide nickten eifrig und Dukkard ließ den Burschen frei. Der stöhnte und senkte erleichtet auf sein Platz nieder.
„Ich habe keinen Durst mehr“-blickte Dukkard zu Jemelaja auf. „Gehen wir ein Stück?“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:03

Wortlos verließen sie die Kneipe, verfolgt von den neugierigen Augen der etwas verstummten Besucher.
Jemelaja atmete der frische Luft genüsslich ein:“ Das war gar nicht so schlecht für…“
„Einen alten zugedröhnten Säufer?“ beendete Dukkard den Satz lächelnd. Jemelaja räusperte sich verlegen. Eine Weile gingen sie im gleichen Schritt die Straße entlang.
„Sie sind ganz schön gut in Form“ fing Jemelaja wieder an.
„Sie sollen mal Dacha’han sehen. Dem würde ich ungern in der dunklen Gasse wie diese hier begegnen. Und er ist doppelt so alt wie ich.“
„Was lernt man eigentlich bei den Sakuris?“
„Natürlich die verschiedene Kampfkünste. Je nach Begabung. Ich beherrsche nur 3 davon. Der Dacha’han zum Beispiel sieben.“
„Wer ist dieser Dacha’han denn sie ständig erwähnen.“
„Unserer Ratsoberster.“
„Verstehe“ sagte Jemelaja.
„Nun stellen Sie schon ihre Fragen“- lächelte Dukkard. „Sie wollen mich doch eine Menge fragen, nicht war?“
„Ja das stimmt. Es ist so verwirrend, ich bin noch nie zuvor einem Telepathen begegnet.“
„Es gibt nicht mehr viele.“
„Alle Sakuris sind Telepathen, nicht wahr?“
„Mhh…beinah alle. Man kann es erlernen, aber man braucht natürlich ein gewisses Talent dafür. Und“-Dukkard hielt kurz inne „…man braucht Jahre um vollständig ausgebildet zu werden! Und damit meine ich wirklich JAHRE! Deshalb baut sich Sakuriorden so langsam wieder auf.“
„Was heißt das JAHRE?“
„Einige Rassen werden nie zu Sakurikriegern, weil sie einfach zu kurze Lebenserwartung haben. Sie haben nicht die Zeit dafür.“
„Lebenserwartung eines Romulaners sind um die 80 Jahre“-sagte Jemelaja. „Reicht es?“
„Leider nein.“ Sagte Dukkard und fügte rasch zu. „Aber man braucht kein Sakuri zu sein um die Hilfe von uns zu erhalten. Auch kann man uns seine Hilfe anbieten. So wie Sie es getan haben.“
Sie bogen um einer Ecke und Dukkard blieb bei einer Teleportkabine stehen: „Ich werde dem Rat ein Bericht erstatten. Wir werden sicher für Sie eine Verwendung finden“
„Sie wissen noch in welche Richtung meine Verwendung gehen soll?“
„Gewiss.“ –antwortete Dukkard und fügte zu: „Ich werde sie demnächst kontaktieren. Machen Sie es gut!“ sagte er und verschwand in der Kabine.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Di 7 März 2017 - 14:04

Jordans
Wie lange will er noch tatenlos bleiben? dachte Reeven als er diesen Nachmittag den Pavillon seines Vaters betrat. Es war ein kühler kreisförmiger Raum mit abgedunkelten Fenstern, um der Sonne den Weg zu verwehren, und mit wenig bescheidener Möbel. Shakru Jordan, ein kahlköpfiger Mann in weitem bequemem Gewand genoss gerade sein Afterdinner Shandirpfeifchen, wie er es nannte. Seine Söhne, Josh und Rogdan, die noch zu jung waren um selber eine zu rauchen schauten ihm gierig dabei zu. Reeven schmunzelte als er die Beiden auf dem niedrigen flachen Sofa lümmelnd und nach dem grünen Rauch schnappend sah. Sein Vatter lag mit halbgeschlossen Augen auf dem Berg von bunten handgestrickten Samtkissen und schien geistesabwesend zu sein. Reeven räusperte sich und Shakru schlug die Augen auf. Sie waren wässerig und alt aber schlau. Er schielte ein wenig, was seinem Gesicht ein Gran an schelmischen Ausdruck verlieh.
Er kommt immer mehr nach seiner Mutter-dachte Shakru als er seinen Erstgeborenen, der gerade hereinkam, ansah. Diese Wimpern und Augenbrauen, ein Wunder, dass noch keiner von Ihnen mich danach fragte.
Reeven blieb in der Mitte des Raumes stehen, verschränkte die Arme und neigte den Kopf.
„Ihr schaut nicht die Nachrichten?“ deutete er auf einen leeren Bildschirm- eine Wandgroße ausgeschaltete Retika in der Mitte des Raums.
„Es gibt nichts, was wir schon nicht wissen.“ Gab Shakru von sich und seine Stimme klang wie eine lang nicht geölte Tür.
„Ihr verpasst was, das sage ich euch!“ beharrte Reeven. „So eine Farce ist das, unmöglich! Zu gerne wäre ich jetzt dort mit ein paar Detonationskugeln in der Tasche! Die fünfhundertste Sendung über den Großen Imperator in dieser Woche!“ sagte er im verstellten Ton, dabei widmete sich sein Spott insbesondere den Wörtern „Großer Imperator“. „Ich kann’s nicht mehr sehen und hören!“.
„Deshalb ist es auch nicht an“ sagte sein Vatter
Rogdan und Josh kicherten, doch Shakru, bremste sie mit einer müden Handbewegung ab.
„Außerdem, Detonationskugeln würden uns nicht weiter helfen.“
Nun, wir sehen alle nicht so gerne Jee’an in den Universumnachrichten.-dachte Shakru Aber es zeigt nur, dass er immer selbstsicherer wird. Und wenn man es tut, wird man oft auch unvorsichtig. Abwarten ist angesagt!
Diese Sicht der Sache hat Shakru seinem ältesten Sohn schon mehrere Male erklärt, nur empfand Jordan Junior die Strategie „Abwarten“ als lahm und abenteuerarm. Er wollte Alles und am besten gleich. Dieses Streben seines Sohnes verwunderte etwas den alten Shakru. Er war in seiner Jungend sicher auch sehr ehrgeizig, aber niemals dürstete er nach einem Krieg.
„Worauf warten wir denn Vater? So viele Gelegenheiten die wir verpassen! Sollen wir hier sitzen bis er gar unbesiegbar wird?“
„Mein lieber Sohn, man kann einen schlafenden Hund nur einmal wecken. Einmal und nie wieder, hörst Du? Was wir bräuchten ist mehr Unterstützung von den Verbündeten….mehr Ressourcen! Wir haben vielleicht nur bloß eine Chance es zu versuchen. Misslingt uns der Versuch, rollen nur unsere Köpfe und die, von unserem Volk!“
„Ach Vater, Er ist aus Fleisch und Blut!- zuckte Reeven mit den Schultern. „Du sprichst so, als ob er ein Gott wäre!“
„Hast Du vergessen was in den Nachrichten erzählt wurde? Über intergalaktisches Fest?“ -fragte Josh. “Angeblich, traf ihn eine Kugel, doch am nächsten Tag wachte er wieder gesund und munter auf, als ob nichts geschehen wäre!“
„Ich hätte es lieber LIFE gesehen!“ schnaubte Reeven. „So ein Mist kann danach jeder erzählen. Sie tun es nur damit man glaubt, er sei unsterblich oder so!“
„Ich denke schon, dass man auf ihn die Attentäter gehetzt hat. Wer auch immer das war, hat uns erheblich geschadet.“ sagte Shakru.
„Wieso?“ Stemmte Reeven die Arme in die Seiten.
„Weil jeder denkt, dass die Mörder aus Jorden Haus geschickt wurden, es kam Jee’an sehr gelegen, denn er sucht nach einem Grund um endlich die Pforte des Kriegs zu öffnen. Jetzt kann er auch den Rest in Infrahanzien, der noch zweifelte gegen uns aufbringen.“-sagte Shakru und schaute Reeven streng an. „Und zweitens, weil es nichts gebracht hat. Wenn man so ein Unternehmen in die Wege leitet, soll man sich auch des Erfolgs sicher sein. Sie sind gescheitet und Jee’an ist jetzt zorniger und wachsamer denn je.“
Er nennt ihn immer bloß Jee’an.-dachte Reeven. Wie damals in der Schule.
Und als ob Rogdan, sein jüngerer Bruder Reevens Gedanken verfolgen würde, fragte er: „Warst du nicht mal mit ihm im Internat?“
Reeven verdrehte die Augen und nickte.
„Dann hättest du ihn damals schon verprügeln sollen!“ amüsierte sich Rogdan.
Reeven sah auf einmal vor seinem geistigen Auge den langen dunklen Korridor des Internats, einen anmaßend drein blickenden Jungen der den anderen Jungen an die Wand drängte.
„Und Jordy, hast du ihr schon einen Liebesbrief geschickt?“ spottete er. „Was hat sie nun geantwortet? Das sie dich nicht leiden kann, so hässlich wie du bist? Hat sie dir nicht gesagt, du sollst dir eine Perücke besorgen, du Glatzkopf!“ Der Junge lachte hämisch auf.
„Lass das Sunama!“-schrie der kahlköpfige Junge. „Du lügst!“
„Ich und lügen? Hahaha! Ich sehe dich doch durch und durch, dein vor Liebe geschmolzenes Herz, deine Quallen. Ich kann es nämlich fühlen weiß du noch?“ er grinste und rückte den anderem immer näher. „Und ich weiß auch was SIE fühlt!“ ließ er nicht locker. „Nämlich gar nichts!“ Sunama warf den Kopf nach hinten und erschütterte vom lauten Lachen.
„Ahhhhhhhhhhhhhh!“ schrie der Kahlköpfige und stürzte mit aller seiner Kraft auf seinen Gegner nieder. Sunama wackelte ein paar Schritten nach hinten. Sein gehässiges Lächeln wich ihn langsam aus dem Gesicht. Der Junge, den Sunama „Jordy“ nannte, warf ihn endgültig auf den Boden und setzte sich auf ihn. Er gab Sunama eine saftige Ohrfeige und boxte ihn in die Brust: „Und? Hast Du es auch vorausgesehen? Spürst Du jetzt was ich fühle?“
„Reeven?“- rief Rogdan und betrachtete fassungslos das Gesicht seines Bruders, das sich vor Wut verzerrte.
„Das habe ich auch getan!“ kehrte Reeven in die Gegenwart zurück und ergänzte verächtlich: „Er war so schwach in der Schule! Jeder hätte ihn verprügel können, hätten sie alle bloß nicht solchen Angst!“
„Warum hatten alle Angst?“-fragte Josh mit weitgeöffneten Augen.
„Er wusste immer was man denkt und fühlt. Sogar Lehrer hielten einen Abstand vor ihm. Närrischer Pack!“
„Wie machte er das?“
„Ach, er hatte bloß so eine Intuition, er traf durch Zufall immer ins Schwarze. Nicht mal die Rede wert!“ stellte Reeven fest und fügte eine abwertende Handbewegung zu. Sein Gesichtsausdrück verriet aber, dass er sich dessen gar nicht so sicher war.
„Neulich in der Nachrichten..“ begann Rogdan und sah wie sein älterer Bruder sofort eine schmerzliche Miene zog. „Neulich in den Nachrichten..“ fuhr er vorsichtig fort. “sagten sie dass er allerlei Kampfkünste perfekt beherrscht und keinen würdigen Gegner in der ganzen Droom hätte.“
Reeven setzte ein falsches Lächeln auf: „Ach wirklich, ich hab ja solche Angst!“ Er tigerte durch den Raum, Fäuste geballt und immer wieder den Kopf schüttelnd. Sein Vater beobachtete ihn aus einem Augenwinken, sagte aber gar nichts. Endlich blieb Reeven stehen: „Alles SCHWACHSINN! Gib ihn hier und ich verdresche ihn wie damals in der Schule!“ knurrte er und ein Schatten der Genugtuung streifte bei dieser Erinnerung sein Gesicht.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 12:44

„Das glaube ich nicht“ sagte Shakru und musterte seinen Sohn scharf an. „Er ist kein kleiner Junge mehr. Du sollst seine Kräfte nicht unterschätzen.“
„Kräfte!“-Reeven blieb stehen und schenkte seinem Vater einen hasserfühlten Blick. „Er hatte ein pures Glück, dass Dacha’han ihn unter seine Fittiche nahm.“ Hoffentlich weiß der alte Mann inzwischen, was für ein Fehler es war!“
„In einer Kampfkunst ist er auf jeden Fall nicht der Beste!“- rief Rogdan aus, sprang von der Sofa auf und zog seinen Ranzu Dolch raus, eine spezielle sehr scharfe Handwaffe aus einem ganz leichten Metall in der Form eines Siegels die alle Jordans stets bei sich trugen. Alle drei Brüder lachten auf, doch ihr Vater schüttelte den Kopf
„Darauf kommt es nicht an, wir können ihn nicht einfach so erschießen oder erschlagen“, sagte er und man hatte den Eindrück er wandte sich eher zu Reeven „Nach zwei Versuchen, die daneben gingen, und wovon die ganze Droom jetzt spricht, sollte man endlich begreifen, dass man ihn auch nicht mit einem einfachen Ranzu aufschlitzen kann“ Shakrus Stimme erreichte die Kulmination. Dabei sah man ihn die Aufregung gar nicht an. Er saß nach wie vor mit gekreuzten Beinen auf den Kissen und pustete immer wieder grüne Rauchwölkchen hinaus. „Ein Tracht Prügel nutzt uns auch nur herzlichst wenig.“ Fügte er zu und seine Augen verwandelten sich zu kleinen Schlitzen als man ihn leise lachen hörte.
Reeven warf seinem Vater einen vorwurfsvollen Blick.
„Da stimme ich dir zu“ sagte er trocken.“ Und deswegen schlage ich seit geraumer Zeit vor ihn endlich anzugreifen!“
Reeven glitt mit dem Finger an seinem Ranzu, eine fast unbemerkbare Bewegung, die er andauernd durchführen musste, als ob es ein kleiner Tick von ihm wäre
„Jordan waren niemals reine Krieger“-sagte Shakru „Wir waren immer Forscher. Manchmal etwas zu gierig. Jedoch haben wir stets versucht die Konflikte möglichst friedlich zu lösen. Unser Kodex beruht auf dieser Philosophie.“
„Kodex?! Zum Teufel mit dem Kodex, verdammt noch mal, Vatter!“ entrüstete sich Reeven. „Siehst du denn nicht was passiert? Wenn wir nichts unternehmen, sitzt der Große Imperator demnächst in Suprahanzien und wir können uns dann mit unserem Kodex trösten auf dem Weg zur Hinrichtung!“
„Morgen treffe ich mich mit unseren Verbündeten. Ich will dass du auch dabei bist. Dann erkennst du endlich, dass ich nicht die Hände in den Schoß gelegt habe.“
Es klopfte und alle wandten sich zu der Tür. Ein Diener mit einem Tablett in den Händen kam herein und verneigte sich.
„Frischer Romily, mein Herr“
Auf dem Tablett befanden sich vier dämpfenden Tassen, welche der Diener mit Shakru beginnend in die Runde verteilte.
„Ich befürchte, dass wir bald auf Romily verzichten müssen.“ Reeven deutete auf seine Tasse. „Es wird immer schwer das Gewürz zu importieren. Mittlerweile ist es so gut wie unmöglich irgendein Handel mit Infra zu treiben. Die Grenzen sind dicht, um durch zu kommen zahlt man ein Vermögen und..“
„Wieso bauen wir nicht einfach hier den Romily ein?“ fragte Rogdan.
Gereizt, weil er unterbrochen wurde, warf Reeven seinem Bruder zu: „Es heißt Romily, warum wohl? Es wächst nur auf Romulus! Sowas weißt doch jeder!“
Shakru merkte, dass der Diener immer noch das leere Tablett an der Brust gepresst vor der Tür stand und auf etwas wartete. „ Du kannst gehen“ befahl Shakru.
„Ich habe noch eine…Nachricht für den jüngeren Herren“-stammelte der Diener und holte eine Notiz heraus.
„Für mich?“ fragte Reeven und nahm sie entgegen. Während er sie las wurde sein Gesicht immer länger.
„Ich muss kurz weg“ murmelte er ohne jemanden in dem Raum anzuschauen. „Entschuldige mich, Vatter“ er ging schnell durch die Tür dicht gefolgt von dem Diener mit dem Tablett.
Als sie draußen waren, wandte Reeven sich zu ihm: „Wo ist er?“ fragte er mit aufgeregter Stimme.
„Er wartet in dem hinteren Teil des Palastes, in dem kleinen Raum neben der Küche, soll ich Euch begleiten?“
„Ich kenne den Weg!“
Reeven beschleunigte den Schritt und ließ den Diener hinter sich. Sein Herz pochte als er den kleinen dunklen Raum betrat und eine Gestalt darin erkannte. Ein Mann in einem langen Pelzmantel, kahlköpfig wie alle Jordans warf sich vor ihm auf die Knie:
„Mein Herr Reeven! Endlich bin ich wieder da! Zwei lange Monate! Es ist eine Freude Euch zu sehen!“ rief er kriecherisch aus.
Reeven rümpfte die Nase und wich einen Schritt zurück.
„Steh doch auf, Pedrano! Wir haben keine Zeit für sowas! Wieso kommst du überhaupt hierher!? Es war abgesprochen, dass du mich unauffällig kontaktierst. Unauffällig, weißt du, was das Wort bedeutet?“
Pedrano hob sich langsam hoch und klopfte seinen Mantel vom Staub ab. „Ein langer Weg..“ seine ölige Stimme zitterte.“Ich kam sofort hier um zu berichten. Ihr müsst …einiges erfahren.“
„Nun, ich höre!“ sagte Reeven und verschränkte die Arme. Sein Gesichtsausdruck deutete auf nichts Gutes. „Ihr habt das zweite Mal versagt. Erkläre mir das!“
„Mein Herr! Es stimmt irgendetwas nicht! Börni hat definitiv geschossen und getroffen!“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 12:44

„Hast Du es selber gesehen?“
„Ich…mein Herr…meine Aufgabe war die Waffe durchzuschmuggeln, das tat ich ja. In dem Moment als Börni schoss, war ich beim Ausgang. Es ist ein Wunder, dass ich entkam. Es herrschte binnen Sekunden Chaos und Panik, sie mussten das Gas verwenden um Ruhe herzustellen. Ich war wirklich der einzige der es rechtzeitig nach draußen schaffte. Alle anderen lagen gelähmt am Boden und werden jetzt immer noch gefangen gehalten und verhört..“
„Was ist mit Börni?“
„Mein Herr,….er wusste ja was ihn erwartet. Er war darauf vorbereitet. Er schluckte die Kapsel, so wie Ihr es befohlen habt.“ Reeven antwortete nicht darauf und zog nur die Braunen zusammen:
„Einer meiner treusten Diener ist tot und der Imperator nach wie vor am Leben!“
„Mein Herr! Als ich davon erfuhr traf mich der Schlag! Wie könnte es möglich sein, dachte ich! Er ist kein Mensch!“
„Ah, hör bloß auf! Was soll er sonst sein! Börni hat ihn entweder verfehlt oder nicht schlimm genug verletzt, das ist alles!“ Reevens linkes Auge begann zu zucken wie so oft, wenn er ärgerlich wurde.
„Mein Herr, das ist noch nicht alles“ sagte Pedrano mit gesenkter Stimme.
„Was noch?“
„Ich habe schlimme Nachrichten erfahren. Der Imperator sammelt seine Truppen an der Grenze…ich glaube, er wartet nicht mehr lange. Durch diesen misslungenen Angriff… Ihr müsst euren Vater warnen! Es sind fast zwei Monate vergangen, ich konnte leider keine Nachricht früher Euch zukommen lassen. Die intergalaktische Post in Infra wird strengst überwacht!“
Reevens Gesicht verdunkelte sich. „Das war ja klar…“ flüsterte er und obwohl sein Blick die ganze Zeit auf Pedrano gerichtet war, schien Reeven ihn nicht mehr wahr zu nehmen.
„Mein Herr, was tun wir jetzt?“ fragte Pedrano vorsichtig und taumelte von einem Fuß auf den anderen. Erst jetzt widmete sich Reevens Verstand seinem erfolglosen Spion wieder.
„Geh mir aus den Augen!“ sagte er schroff, wandte sich ab und wollte den Raum so schnell wie möglich verlassen.
„Aber…aber mein Herr, meine Belohnung…“stammelte Pedrano und fuhr in sich zusammen.
Reeven blieb wie angewurzelt stehen und wirbelte rum: „Was sagst du da? Wie kannst du es wagen!? Wofür?“
Doch Pedrano überwand mühsam seine Furcht und ließ nicht locker: „Ich habe mein Leben riskiert um Euch zu dienen. Was wird eure Vater dazu sagen..“ fing er an und blieb abrupt mitten des Satzes stehen. Reeven sprang auf ihn zurück, mit funkelnden Augen schmiss er den schweratmenden Pedrano zur Wand. „ Du elender Wurm!“ zischte er und würgte mit einer Hand Pedrano an dem Hals „Ich bringe dich um!“
Pedranos Augen quollen vor Angst hervor, er zappelte, versuchte sich von dem eisernen Griff seines Herren zu befreien: „Ich…hab..es..nicht…so…gemeint…bitte mein Herr!“ flehte er. Sein Gesicht lief blau an und als er schon kaum mehr Luft bekam, ließ ihn Reeven endlich los. Keuchend und hustend, sich den Hals reibend glitt Pedrano zum Boden und begann zu schluchzen.
„Verschwinde! Wenn ich dich je in meiner Nähe sehe..!“
„Aber wo soll ich denn hin, mein Herr?“ jammerte Pedrano.
„Das ist nicht meine Sorge! Du dienst nicht mehr unserem Haus.“
Reeven spuckte in seiner Richtung und ging fast im Laufschritt hinaus.
Ich muss es dem Vater irgendwie sagen dachte er bei sich. Aber wie? Die Gedanke Shakru darüber aufzuklären, dass der Imperator dank ihm jetzt beinah an der Grenze steht, machte Reeven krank. Er konnte sich nicht vorstellen wie sein Vater darauf reagieren würde. So oft schon hat er Reeven durch die Blume gewarnt nicht voreilig zu handeln, als ob er es ahnen würde. Und jetzt womöglich hat er, Reeven, alles ruiniert.
Warum habe ich, Narr nicht abwarten können! Beschimpfte er sich selber. Die Tatsache, dass sein Erzfeind bei dem Angriff überlebt hat, verdrängte Reeven. Er hatte nicht die Kraft dazu jetzt auch noch darüber sich den Kopf zu zerbrechen. Schwermütig stand er vor der Tür des Pavillons und zögerte.
Er musste es dem Vater erzählen. Er muss Alarm schlagen, bevor es zu spät wird. Es ist vielleicht schon zu spät dachte er beklommen. Sunama hatte zwei Monate Zeit um sich zu sammeln und ist schon unterwegs! Und der Vater denkt, wir hätten noch Zeit! Beinah geriet er in die Panik. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals als er endlich den Raum betrat.
Seine Brüder waren nicht mehr in Pavillon, was Reeven innerlich begrüßte. Er wollte mit seinem Vater am besten unter vier Augen reden. Shakru Jordan hat seine Pfeife bei Seite gelegt und saß mit geschlossenen Augen kerzengerade auf dem Boden, es sah so aus als würde er meditieren. Reeven machte ein paar unsichere Schritte auf ihn zu und versuchte ruhig zu bleiben. Es kostete ihn viel Kraft nicht loszuschreien, auf die Knie zu fallen und seinen Vater um Vergebung zu bieten. Er überlegte wie er die Nachricht so schmerzlos wie möglich ihm beibringen soll. Es nicht zu erwähnen, dass sein Spion sie überbrachte, der an dem Attentat beteiligt war, schien Reeven eine Möglichkeit zu sein. Sein Vater war ein scharfsinniger Mann und Reeven wusste, dass es schwer sein wird die ganze Wahrheit von ihm zu verbergen.
„Ich habe eine Depesche erhalten“ sagte Reeven mit heiserer Stimme.
Shakru schlug die Augen auf und musterte seinen Sohn mit einem geweckten Blick. Reeven öffnete schon den Mund um weiter mit der schlimmen Nachricht fortzufahren als Shakru ihn nach Überbringer fragte.
Reeven spürte wie ihm heiß wurde, das Gefühl, sein Vater hat ihn durchschaut, schlich sich in seinen Verstand ein. Tausende Gedanken fluteten in seinem Kopf. Was soll ich jetzt bloß sagen? Dachte er verzweifelt. Je länger er mit der Antwort zögerte umso argwöhnischer wirkte er.
„Es war einer..von meinen..Männern!“ presste er aus sich heraus. „Ich habe ein paar von meinen Spionen nach Infra zu Beobachtung geschickt.“
„Und wieso weiß ich davon nichts? Habe ich dir nicht verboten auf eigener Faust zu handeln?“
Reeven lief rosarot an. „Das…waren nur Informanten“ stotterte er.
„Wir haben genug Informanten da unten! Ich habe eine Menge Leute die mir täglich berichten!“ Shakrus Stimme dröhnte in dem Raum. Reeven fühlte sich wie ein kleiner Junge und er mochte dieses Gefühl nicht. Er spürte Wut in ihm aufsteigen.
„Vater ich bin groß genug um selber ein paar Entscheidungen zu treffen! Ich will endlich eine freie Hand haben, ich habe es satt bei allem was ich tue dich um Erlaubnis zu fragen.“ Platze ihn heraus und er erschrak selber.
Das Gesicht seines Vaters wurde aschgrau.
„Einen Attentäter auf Imperator zu schicken war eine dieser klugen Entscheidungen?!“
Reeven spürte wie sein Herz einen Looping machte, er schnappte nach Luft brach aber keinen Wort aus sich raus.
„Natürlich weiß ich davon!“ kam ihn sein Vater zuvor.“ Spätestens heute war ich mir sicher, als ich dich blass wie eine Leiche raus rennen sah. Dein Bote ist wohl zurückgekehrt, nicht wahr? Was hat er dir wohl gesagt, dass du jetzt vor mir stehst und dich nicht traust mir in die Augen zu schauen?“
Reeven antwortete nicht. Die Gedanken rasten durch seinen Kopf. Hat sein Vater ins Schwarze getroffen? Soll er auf seine Unschuld beharren? Das wurde vermutlich alles noch schlimmer machen, dachte er bei sich.
Er fuhr mit der Zunge über die trockenen Lippen:
„Dann weißt du ja was auf uns zukommt.“ Sagte Reeven, warf einen kurzen Blick auf Shakrus Gesicht und senkte ihn sofort wieder.
„Warum glaubst du habe ich Morgen die Versammlung ausgerufen? Natürlich weiß ich was da unten vor sich hin läuft. Durch diesen Angriff auf Jee’an hast du ihn dermaßen gereizt, dass er nicht mehr abwarten konnte. Somit geht auch für uns die wertvolle Zeit verloren! Wir sind noch nicht so weit! Verstehst du, was du da angerichtet hast?!“ Shakru schüttelte den Kopf: „Mein eigener Sohn, fällt mir so in den Rücken!“
Jetzt war es auch für Reeven zu viel. Er warf sich zum Boden zu Shakrus Füßen, versuchte dabei die Tränen zurückzuhalten um den Rest seiner Würde zu bewahren.
„Vater, verzeih mir! Ich wollte doch nur..“
„Dein Hass wird dich eines Tages ruinieren, mein Sohn. Wenn du nicht lernst ihn zu beherrschen.“ Sagte Shakru kühl. „ Ich bin ein alter kranker Mann. Wenn soweit ist, dachte ich, habe ich einen Sohn der meinen Platz annehmen wird. Er wird an meiner Stelle unser Volk führen. Aber du bist nicht so weit! Überhaupt nicht!“ Shakrus Worte fielen wie Peitschenschläge auf Reeven nieder.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 12:45

„Was für ein Jammer, das ich an meinem Lebensabend solche Zeiten noch erleben muss.“ Er seufzte und hob sich langsam hoch. „Gib mir meinen Stock!“ sagte er zu Reeven und sein Sohn reichte ihn eilig einen Krückstock vom Boden. Shakru stützte sich schwer darauf und ging ein Bein hinter sich schleifend langsam zu Tür. Fast schon am Ausgang drehte er sich erneut zu Reeven: „ Wir haben keine Zeit für weitere Diskussionen. Der Klan braucht uns beide, ich werde dich ab jetzt streng im Auge behalten. Meine Gunst musst du dir wieder verdienen. Und mein Vertrauen erst. Morgen bist du bei der Sitzung anwesend und hältst dich zurück.“ Sagte er trocken in einem Befehlston und ging hinaus.
Eine Weile kniete Reeven noch am Boden mit gesenktem Kopf und lauschte den dumpfen Schritten seines Vaters nach.

Als Reeven am nächsten Tag den Konferenzraum betrat, waren alle Repräsentanten der fünfzig Häuser, die sich Suprahanzien teilten, schon anwesend. Haus Jordan regierte das größte Territorium von allen, nicht allein wegen der Rasse Tobulla, der Jordans angehörten, eine alte Rasse die sich auf mehrere Planeten seit geraumer Zeit ausbreitet hatte. Wie alle Tobulla hatten Jordan am ganzen Körper gar keine Haare, Reeven ausgenommen. Er unterschied sich von den anderen durch seine Augenbrauen und Wimpern, die er hatte. Das verdankte er seiner Mutter, er wusste so gut wie gar nichts über sie, außer dass sie keine Tobulla war. Er hatte sie nicht in Erinnerung, als sie starb war er noch zu klein. Sein Vater redete darüber zu ungerne, nach mehreren erfolglosen Versuchen ihm die Wahrheit über seine Mutter zu entlocken, ließ Reeven es bleiben in der Hoffnung irgendwann mehr darüber zu erfahren.
Sein Blick glitt durch den Raum. Die meisten Repräsentanten haben sich auf ihre im Halbkreis aufgestellten Pulttische hingesetzt. Reeven suchte nach seinem Vater, aber der war noch nicht da. Er ging im Kreis und begrüßte einen Gast nach dem anderen. Er kannte jedermann in dem Raum, denn sein Vater nahm ihn von Kind an zu allen Versammlungen und Besprechungen, die es je gab. Auch begleitete Reeven Shakru Jordan bei all seinen Besuchen auswärts, gleich ob sie politischer oder freundschaftlicher Natur waren. Ausgenommen seiner kurzen Zeit im intergalaktischen Internat auf Romulus war er stets dabei und kannte inzwischen alle Repräsentanten persönlich. Irgendwann würde er an Stelle seines Vaters das Jordan Haus anführen, doch im Angesicht der jüngsten Ereignisse rückte dieser Zeitpunkt in ferne Zukunft.
Drei Plätze waren noch frei. Warum drei?- fragte sich Reeven. Und da sah er schon weshalb und sein Herz machte einen Sprung in die Magengrube. Shakru Jordan, auf seinen Krückstock stützend, erschien gerade in Begleitung eines alten Mannes in der Tür.
Eine Welle von Erinnerungen überflutete Reevens Kopf und riss ihn kurz auf eine Reise in die Vergangenheit mit.
Er stand mit anderen Jungen in eine Linie aufgestellt auf dem Hof des Internats. Ihnen wurde gesagt sie bekämen einen neuen Lehrer in den Kampfkünsten. Gespannt warteten sie darauf und tuschelten unter einander wer es sein könnte und wie stark, groß und muskulös seine Erscheinung wohl sein würde. Einige wetteten darauf, dass der Wahl sicherlich auf ein Gad’ak gefallen hätte.
„Sie sind doch alle fett!“ Wiedersprach ein Junge neben dem Reeven dieser Behauptung.
„Na und? Die Masse macht’s!“
„Es kann unmöglich ein Gad’ak werden!“ Sagte Reeven und hörte schon Sunamas spöttische Stimme antworten:
„Unser Jordy erhofft sich eine Amazone als Kampfkunstlehrerin. Am besten obenrum gut ausgestattet“
Die Jungs feixten und Reeven lief rosarot an. Er provoziert dich doch nur, dachte er bei sich. Beachte ihn nicht. Das letzte Mal wo er Sunama ordentlich gezeigt hat lag nur ein paar Wochen zurück und sein Rücken schmerzte immer noch von den ganzen Straffarbeiten die er dafür bekam. Im Gegensatz zu ihm blieb Sunama verschont, wie so oft schaffte er sich als Opfer dazustellen und bei Lehrern das Gefühl zu erzeugen er wäre unschuldig gewesen. Innerlich tobte Reeven vor Wut, aber er war dagegen machtlos und versuchte seine Gefühle zu verbergen um Sunama nicht noch mehr Genugtuung zu verschaffen. Er ignorierte Sunama wie und wo er nur konnte, obwohl er sich der Tatsache bewusst war, dass sein Erzfeind Bescheid über sein vor Zorn kochendes Inneres wusste. Auch jetzt ärgerte er Reeven sicherlich nur um ihn zum explodieren zu bringen.
Reeven riss sich zusammen und hoffte dass der zukünftige Lehrer demnächst den Hof betritt und die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. In der Tat die Außentür öffnete sich und eine leicht gekrümmte Statur tauchte an der Schwelle auf.
Reeven tauschte ein paar verwunderte Blicke mit den anderen Jungs. Ein sehr alter Mann begrüßte sie und verkündete ihnen er wäre der neue Kampfkunstlehrer. Reeven glaubte nicht was er da sah. Einen Greis, der mindestens 200 Jahre alt sein musste und zu aller größten Entsetzen der Schüler war der Mann noch dazu ein Albino.
Albinos waren die Ausgestoßenen in Droom. Bei jeder Rasse gab es mal hin und wieder einen Albino, ganz gleich ob es ein angesehener Krieger- oder Händlervolk war, oder ein der vielen Sklavenvölker, die es in Droom gab. Für die meisten Albinos war es unmöglich bei ihren Leuten ein normales Leben zu fühlen, so begaben sie sich auf eine für sie speziell angerichtete Kolonie am Rande der Galaxie, wo sie unter ihres Gleichen ein Leben führen konnten. Die Gesellschaft klopfte sich an die Schulter und empfand es als eine humane Geste. Einen Albino irgendwo anders als auf dieser Kolonie einzutreffen war eine Seltenheit.
Aber es gab keine Zweifel, der alte Mann, den sie vor sich sahen, mit seinen farblosen Haaren und Haut, mit einem faltigen und blassen Gesicht und einer verkrümmten Haltung war einer. Ein steinalter Albino, der behauptete ihr Lehrer in Kampfkünsten zu sein. In Kampfkünsten!
Die meisten standen wie eingefroren mit geöffnetem Münden einfach da und starrten den alten Mann an. Sogar Sunama war ungewöhnlich still. Reeven spähte zu ihm und sah wie Sunama kreidebleich wurde und sich versteifte, nicht im Stande die Augen von dem Alten abzuwenden. Was ist mit ihm? Dachte Reeven. So hatte er seinen Rivalen noch nie gesehen. Was macht ihm so viel Angst? Grübelte Reeven und wandte seinen Blick wieder auf den alten Mann. Plötzlich zog dieser schwungvoll aus der Tiefen seiner langen Robe einen Ranzudolch und zeigte es seinen Schülern: „Wie ich schon sagte, bin ich eure neuer Kampfkunstlehrer. Wir werden mit dem Ranzu beginnen.“
Reeven mochte der Klang seiner Stimme. Es war warm und ausgeglichen, friedlich und freundlich zu gleich. Er entspannte sich. Jetzt traute er sich auch die Frage zu stellen, die ihm die ganze Zeit in dem Kopf schwirrte:
„Wie sollen wir Euch nennen, Meister?“ gab Reeven von sich mit etwas leisen aber festen Stimme.
Der alte Mann wandte sich zu Reeven, seine weiße Augen musterte ihn von Kopf bis Fuß: „Ich heiße Dacha’han mein Junge“ kam die Antwort.
„Reeven!“ hörte er Shakru ihn rufen und erwachte aus seinen Erinnerungen. Reeven lächelte schwach seinem Vater und Dacha’han entgegen und ging auf die Beiden zu. Er würde wohl nicht um die Begrüßung rumkommen. Dabei war ihm Dacha’han nicht wirklich willkommen. Dass sein Vater über die Anschläge auf Sunama keinen Wort verlieren würde, dessen war sich Reeven sicher. Shakru war enttäuscht und verärgert, aber Reeven war sein Sohn, ihn vor der anderen bloß zu stellen wäre ein Fehler und würde den Verlust des guten Rufs für das Jordan Haus bedeuten. Dacha’han war ein Telepath und diese Tatsache beunruhigte Reeven. Er wusste, dass ein Telepath der höchsten Ebene, so wie es Dacha’han war, ohne Probleme in seinen Verstand eindringen konnte. Reeven würde es höchstwahrscheinlich nicht mal merken. Das einzige was Dacha’han davon abhielt waren ein Kodex, die Telepathen wie er, pflegten; und die Regeln, die sie zwar jederzeit brechen konnten, aber es aus dem Prinzip nicht taten. Laut dem Kodex dürfte ein Telepath nicht ohne Erlaubnis nach Belieben in irgendeinen Kopf sich begeben, es sei denn es handelte sich um eine Notwehr. In der Spionage wurde es oft verwendet, oder unter Telepathen selber, aber aus einem anderen Grund. Telepathen spürten immer die Präsenz seines Gleichen, je nach eigener Stärke konnten sie sich gegen fremde telepathische Angriffe wehren und sie blockieren. Die Mehrheit nutze ihre Fähigkeit um sich auf telepathischer Ebene mit anderen Telepathen zu unterhalten.
Nicht Telepathen, so wie Reeven konnten dagegen nichts ausrichten, außer sich auf den besagten Kodex zu verlassen. Diese Aussicht spendete Reeven momentan nur wenig Trost. Er kannte Dacha’han seit seiner Internatzeit und der alte Kampfkunstlehrer war ihm immer schon etwas unheimlich. Das er ausgerechnet bei dieser Sitzung auftauchen musste! Und es schien so als wären Shakru und Dacha’han alte Freunde, so wie sie sich mit einander unterhielten.
Shakru deutete auf die drei noch freie Plätze und bat sie sich zu setzten. Er selber nahm den mittleren Pulttisch, Dacha’han setzte sich zu seiner Rechten, was Reeven etwas kränkte, denn es war übelicherweise sein Platz. Ihm blieb nur die linke Seite. Er begab sich dorthin und versuchte gelassen zu wirken. Jetzt konnte er Dacha’han nicht direkt beobachten, sondern nur aus dem Augenwinkel.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 14:19

Shakru betätigte seinen Pulttisch und die Terminals vor ihnen begannen zu flimmern. Desweiteren stellte er die Akustik ein, so dass jeder in dem Raum ihn hören konnte und begann zu sprechen:
„Ich sehe, dass alle Repräsentanten der fünfzig Territorien heute hier anwesend sind. Ich möchte euch dafür meinen Dank aussprechen. Heutige Versammlung ist von einer Wichtigkeit und vor allem von einer Dringlichkeit, die es so noch nicht gab. Viele werden es schon selber wissen, die anderen erahnen worum es geht.“ Er machte eine kurze Pause und sein Blick überflog die Gesichter der Versammelten. „Wir können es nicht mehr leugnen und wir können es nicht verhindern. Der Krieg mit Imperator Jee’an steht uns bevor! Laut unseren Informanten hat er den Kurs Richtung neutrale Zone genommen, was in klaren Worten heißt, dass er demnächst bei unseren Grenzen steht!“- ein zorniges, aber auch verängstigtes Summen rollte durch die Halle und flog wie ein Bumerang von Tisch zum Tisch. „Wir müssen unsere Grenzen rechtzeitig sichern, egal wie viel Kraft es uns kosten wird!“-sagte Shakru
Er betätigte einige Knöpfe an seinem Pult und erzeugte eine Sternenkarte auf der großen Retika an der Wand ihnen gegenüber. Shakru drehte die Karte zu Recht, zoomte etwas rein und zeigte mit farbigen Lichtern, wie er militärisch vorgehen wollte. „Ich habe mich bemüht eine Vorplanung zusammen zustellen.“-erklärte er. „Ich würde vorschlagen, wir positionieren eine unserer besten Truppen hier, in diesem Sektor. Denn, dieser Weg führt zu vielen Planeten der neutralen Zone, die bewohnt sind. Ich möchte noch vorm Imperator da sein und versuchen sie auf unsere Seite zu ziehen. Je mehr Verbündete wir in der neutralen Zone haben, umso besser stehen wir Sunama gegenüber. Wir müssen alle Ein und Ausgänge die zu uns führen stopfen. Ich schlage vor auch auf einigen noch unbewohnten Planeten, so weit es uns möglich ist, Militärstationen zu gründen.“
Reeven, der die ganze Zeit schweigsam die Rede seines Vaters verfolgte bekam einen strahlenden Glanz in den Augen. Für einen Augenblick vergas er seinen Konflikt mit dem Shakru, er dachte nicht mehr an den Dacha’han, der nur ein paar Meter von ihn entfernt dasaß. Euphorisch malte Reeven sich die verrücktesten Bilder aus. Er stellte sich die ihm zugeteilte Flotte vor und sich selber, wie er auf einer wichtigen Mission, von deren Erfolg der Ausgang des Krieges abhing, sich beweisen und seinem Vater zeigen würde, was er darauf hat. Er sah sich den mächtigen Raumschiff des Imperators zerstören, aber davor würden seine Soldaten Sunama festnehmen und zu ihm bringen, damit er in diese kalte Augen sieht und endlich triumphierend fragen kann: „Du weißt schon, was ich jetzt spüre, nicht wahr?“ Und er hörte sich selber innerlich lachen.
„….meine zusammengestellte Verteilung unserer Kräfte.“ Shakrus Stimme riss Reeven aus seinem Tagtraum und er bekam ein schlechtes Gewissen nicht aufmerksam zugehört zu haben. Er sollte jetzt lieber nichts verpassen um seinen Vater nicht noch mehr zu enttäuschen. Reeven kniff die Braunen zusammen und konzentrierte sich. Shakru mitteilte den Repräsentanten wer, nach seinen Ansichten, zu welchen Sektor seine Flotten schicken sollte. Er bat die Versammlung die Anzahl ihnen zur Verfügung stehenden Kräften in den Terminals einzutragen und appellierte an ihrer Großzügigkeit.
Diese verfluchten Geizhälse! Dachte Reeven, als er einige Zahlen auf dem Terminal aufleuchten sah. Sie kapieren immer noch nicht, wie wichtig das ganze ist! Und wie ERNST!
Das gleiche dachte sich wohl auch Shakru, denn er seufzte tief und wandte sich zu Repräsentanten von Ronge und Mildow Haus, die besonders sparsam mit ihren Angaben waren. „ Meine Herren, ich biete euch noch mal zu überdenken, dass dies hier einer Zusammenarbeit bedarf. Jetzt zählt der Zusammenhalt der Territorien, nur so, haben wir eine Chance gegen Jee’an. Wir haben den Vorteil, dass wir viele sind und uns seit einer Ewigkeit kennen. Wenn wir rasch und organisiert handeln, schaffen wir es den Imperator von unseren Grenzen zu vertreiben. Dafür müssen wir alle unsere Opfer aufbringen. Das Haus Jordan wird alles was ihm zur Verfügung steht mobilisieren. Ich erwarte von anderen Häusern das gleiche Handeln. Wir dürfen keine schwachen Stellen zulassen!“
Die Wörter von Shakru wirkten, noch zögernd griffen Ronge und Mildow erneut zu den Terminals, auch ein paar anderen änderte ihre ersten Angaben. Shakru nickte zufrieden. Dann zeigte er auf Dacha’han: „Ihr fragt sicherlich warum ein Fremder bei unserer Versammlung heute dabei ist? Nun, er ist auch ein Repräsentant und zwar von dem Orden der Sakurikrieger. Ihr alle habt sicherlich davon schon gehört.“ Ein raschelndes Geflüster bereitete sich in dem Raum aus. Shakru hob die Hand: „Meine Herren! Ich kenne den Ratsobersten der Sakuri, Dacha’han, schon seit einiger Zeit. Ich bin froh in ihm einen Verbündeten gefunden zu haben. In dieser schweren Zeit brauchen wir jede Hilfe, jeden Mann, auf dem wir uns verlassen können. Der Orden wird uns in diesem Konflikt mit Infrahanzien mit Rat und Tat zur Seite stehen“
Sakurirat…dachte Reeven und die Verblüffung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Der alte steckt voller Überraschungen. Erst Kampfkunstlehrer und ein Albino. Dann kam Reeven zu den Ohren Dacha’han sei ein Telepath, was sich irgendwann in seinen Jahren auf dem Internat bestätigte. Und jetzt das! Damit hatte er nie im Leben gerechnet. Sakuri, ein Mysterium. Niemand war es sich sicher ob sie überhaupt noch existieren. Aber es gab sie anscheinend wirklich. Reeven spürte wie ihn diese Nachricht erregte. Er wartete gespannt auf Dacha’han Rede, aber dieser rührte sich nicht und nickte nur schweigsam mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht in die Runde.
Die Sitzung dauerte weitere vier Stunden. Immer wieder huschten Diener rein uns aus und brachten neue Erfrischungen. Jeder Repräsentant wollte sich äußern und jede Meinung wurde sorgfältig angehört und ausdiskutiert. Reeven verspürte inzwischen einen starken Drang eine Shandirpfeife zu rauchen. Doch bei solcher wichtigen Besprechung käme niemand auf eine Idee sich die Entspannungsdroge reinzuziehen. Vielleicht danach. Tröstete sich Reeven. Noch weitere zwei Stunden vergingen bis die Sitzung endlich vorbei war. Alle haben sich nun auf die nächste Schritte, daraus kommenden Prioritäten und Verteilung des Kommandos geeinigt. Shakru Jordan wurde einstimmig zu der Leitenden Hand und strategischen Oberhaupt der Kompanie gewählt. Reeven zweifelte nicht daran, dass sein Vater die Suprahanzien anführen würde. Das Jordan Haus hatte immer noch das meiste zu sagen, allein schon wegen dem Territorium die sie beanspruchten und die Reichtümer, die sie besaßen. Reevens Herz machte seit Tagen wieder einen freudigen Sprung. Es bedeutete er würde unter seinem Vater, dem Obergeneral, dienen und bei allen Entscheidungen und Geschehnissen mit dabei sein. Sein ausgemalter Tagtraum schien ihm mit den Händen greifbar zu sein. Es sei denn sein Vater will ihn nicht in der Nähe haben, nach dem was passierte. Reeven wurde wieder schwer Zumute. Er wartete ungeduldig bis alle Repräsentanten sich aus dem Konferenzraum in den Speisesaal begeben, damit er vielleicht einen Augenblick mit seinem Vater erhascht um ihn nach eigener Rolle in der Kompanie zu befragen. Doch sein Vater war im Gespräch mit anderen Besucher und vor allem auch mit Dacha’han verwickelt. Langsam verließen einer nach dem anderen den Raum. Shakru Jordan schleppte sich nun auch zu der Tür mit einer Hand auf die Dacha’han Schulter und Reeven hörte den Albino sagen:
„Ich muss leider schon heute abreisen, eine dringende Angelegenheit wartet auf mich.“
Sein Vater erwiderte darauf: „Was konnte noch dringender sein?“
„Eine wichtige Nachricht erreichte mich. Ich kann nur zurzeit sagen, dass sie mich sehr beunruhigt hat. Ich muss unbedingt dem auf den Grund gehen!“
„Was kann jetzt noch wichtiger sein als der Krieg mit Jee’an?“ fragte Shakru und Reeven fragte sich: in der Tat, was? Er folgte ihnen eine Weile den Flur entlang und hoffte dass einer von den Beiden ihn die Aufmerksamkeit schenken würde. Doch im Gegenteil, keiner würdigte ihn eines Blickes.
„So speist doch wenigstens mit uns!“ sagte Shakru und seine Stimme klang enttäuscht.
„Ich kann wirklich nicht, ich würde ja gerne. Ein nächstes Mal“ Reeven stand noch immer hinter ihnen und sah wie sie sich verabschiedeten. Danach verschwand Dacha’han in der Richtung zu Shuttle Station und sein Vater machte sich auf den Weg zum Speisesaal.
Reeven holte ihn jetzt ein: „Vater, warte doch!“
„Jetzt bist du sicher glücklich,- sagte Shakru und wandte sich seinem Sohn zu. Sein Gesicht hatte einen nachdenklichen Ausdruck und immer noch spürte Reeven seine Kühle. „Jetzt hast du es, was du wolltest. Was ich darüber dennoch denke, weißt du ja. Ich starte diese Kompanie schweren Herzens, mein Sohn. Denn unser Feind ist grausam, er kennt keine Gnade und er wird schwer zu bewältigen sein. Ich rechne mit vielen Verlusten“,- sagte er und verstummte.
„Vater, in jedem Krieg gibt es Verluste, man darf darüber nicht all zu lange nachdenken. Auch er wird Verluste haben, und sein Verlust ist unser Gewinn! Wir werden weiter an andere Galaxien appellieren und hoffen, dass sie uns unterstützten. Aber wir dürfen nicht mehr auf Tobulan verweilen und zusehen, wie Sunama seine schwarze Krallen überall in Droom ausbreitet!“ Reeven war froh, dass sein Vater zu ihm gesprochen hat und er war auch froh seine Meinung dazu loswerden zu können.
„Wir sind nicht schwach Vater“ sagte Reeven leise, nahm Shakrus Hand in seine und drückte sie, als ob er seinen Vater damit überzeugen wollte, wie stark er selber war.
Am nächsten Tag verabschiedeten sie sich von Angehörigen und Freunden, und flogen zu einem großen Mutterschiff der Zerstörer Klasse, der auf sie in dem Orbit schon wartete.
In dem Kontrollloby des Schiffes setzten sich Vater und Sohn auf ihre Kapitänplätze und Shakru gab das Kommando zum Start. Reeven hörte wie auf einmal die Schiffsturbinen aufbrüllten und das Schiff sich langsam aber immer schneller nach vorne bewegte. Ungeheurere Euphorie überrollte ihn in diesem Augenblick wieder, er blickte aus dem großen Illuminator, das in die Weltall zeigte, und sah die viele glühende Sterne, die beschleunigt an ihnen vorbei zischten und empfand eine Art Rausch und Glück. Seine Augen glänzten und waren starr, er klammerte an die Lehnen seines Sessels so fest, dass seine Fingerknöchel weiß wurden. Sein Gesicht nahm einen Ausdruck steinharter Entschlossenheit. „Es ist so weit,- hörte er eine heitere Stimme in seinem Verstand laut schreiend; und alles tanzte und hüpfte um ihn ringsum, als ob er gerade drei oder vier Päckchen Shandirkraut geraucht hat. Er war jedoch absolut nüchtern.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 19:14


Sakuris
„Jedesmal muss ich den verfluchten Eingang suchen!“ Dachte Dukkard und korrigierte noch einmal die Koordinaten auf seinem Spaceshuttleretika.
Seit einem Monat wüteten schon ununterbrochen die Sandstürme auf dem Wüstenplaneten Arensentia. Umso mehr Geschick bedarf es um ein kleines Spaceshuttle auf die Oberfläche trotz erheblicher Turbulenzen sicher zu landen. Dukkard steuerte direkt auf eine Sandspirale zu und hielt die Ausschau nach einem Eingang auf dem Boden.
„Der Planet ist wahrlich zu nichts zu gebrauchen bei dieser ewigen Dunkelheit! Allein schon die Sandstürme bringen mich irgendwann um! Flut und Sterne!“ flüchte er
Endlich erkannte er eine Stahlplatte unten und ging mit der Geschwindigkeit runter. Sein Shuttle hing jetzt in der Luft direkt über den Eingang zu der Zufluchtsstätte der Sakuri Ordens.
„Na macht schon!“ murmelte Dukkard und betätigte erneut das Terminal. In seinen Kopfhörern raschelte es und er sah auf der Retika ein bekanntes Gesicht. „Mach die Lücke auf, schnell!“ rief Dukkard.
„Master Dukkard, ihr seit es!“ hörte er durch die Kopfhörer eine knisternde Stimme und Gesicht auf der Retika grinste ihn an.
„Krunch, öffne nun endlich die Lücke, der Sturm holt mich gleich ein!“
Die Stahlplatte auf dem Boden fuhr auseinander und Dukkard schlupfte endlich hinein. In dem Moment als er reinflog kam die Sandspirale wirbelnd genau auf die Stelle zu und bedeckte komplett den Eingang.
Dukkard atmete erleichtet aus und wisch sich die Schweißperlen aus dem Stirn.
Flut und Sterne!
Er flog noch weiter den langen Tunnel entlang, tief in das Innere des Planeten hinein, und dockte das Shuttle anschließend an die für kleine Raumschiffe vorgesehene Stelle an.
Jedesmal wenn Dukkard die Zufluchtsstätte besuchte verspürte er das Bedürfnis dem Orden ein Lob auszusprechen.
Dafür, dass sie nur über wenige Mitglieder im Vergleich zu früher verfügten, haben Sakuris eine großartige Arbeit geleistet. Das Innere der Arensentia war zu einer selbständigen Stadt umgebaut. Mit eigenen Docks für die Raumschiffe ausgestattet, einer Fabrik mit Werkstätten und nicht zuletzt Kampf- und Übungstationen, war die Stadt zu einer durchaus brauchbaren Zuflucht gewachsen.
[Niemand wusste wo die frühere Zufluchtsstätte war, während des letzten Krieges mit Formwandlern ging viel an Wissen verloren. Sie suchten immer noch danach, in der Hoffnung eines Tages die Geheimnisse über die Formwandler zu lüften und einige Fragen zu beantworten. Bis dahin waren sie erfolglos und bedienten sich aus dem Restwissen der Älteren unter ihnen und aus ein paar Büchern und Notizen, die glücklicherweise gefunden wurden.]
Dukkard kletterte aus dem Shuttle raus und begab sich unmittelbar zu dem Ratssaal. Er wusste, dass er sich verspätete. Keiner kann mir Vorwürfe machen, bei diesem Storm da draußen, dachte er und gab der Tür einen sanften Stoß.
Der nicht all zu große fensterlose Raum (so wie alle Räume in dem Kern der Arensentia) war mit etwa zehn Ratsmitgliedern gefüllt, die in einem Halbkreis auf dem Boden mit angezogenen Beinen saßen. Dukkard könnte die Besorgnis von ihren Gesichtern ablesen. Ihre lebhafte Unterhaltung verriet ihm, dass auch nicht Telepathen anwesend waren.
„Mein lieber Dukkard, endlich!“ sagte ein alter Mann mit farblosen Haaren und Dukkard erkannte Dacha’han, den Ratsobersten. Alle blickten zu ihm auf und es wurde still.
„Sie sind gerade angekommen? Setzten Sie sich zu uns und nehmen Sie sich eine Tasse Romily!“
„Und wenn ich noch eine Pfeife mir genehmigen darf, wäre ich ganz glücklich!“ sagte Dukkard und glitt mit leichtem Ächzen zum Boden.
„Sie kommen von diesem Teufelszeug nicht weg, was?“
„Ich bin viel zu viel unterwegs um mir die Abstinenz zu erlauben!“ lächelte Dukkard und holte aus der Tasche seine Pfeife raus.
„Nun, Sie können sich nach all diesen Jahren etwas Ruhe gönnen. Wie oft habe ich Ihnen vorgeschlagen ein Ratsmitglied zu werden und hier zu bleiben. Hier gibt es genug zu tun.“
„Mein Wissen ist nützlicher da draußen als auf Arensentia“
„Sie haben mindestens drei Schüler die Ihre Route übernehmen könnten, ausgebildet. Machen Sie mir doch nichts vor, Dukkard, Sie LIEBEN es unterwegs zu sein!“ sagte Dacha’han und bedachte Dukkard mit mildem Lächeln.
„Es fällt mir schwer Ihnen zu wiedersprechen“ Dukkard nahm einen Zug und kniff die Augen vor Genuss zusammen. „Das lieben Sie doch genauso, nicht wahr?“ sagte er und beobachtete Dacha’han aus den Augenschlitzen.
„Ab und zu MUSS ich raus“ murmelte Dacha’han und fügte zu: „Dafür, dass Sie uns sehr beunruhigende Nachrichten mitgebracht haben, wirken Sie ziemlich entspannt.“
„Es bringt nichts, wenn wir in Panik verfallen“ erwiderte Dukkard und holte seine Retika aus den Tiefen seiner braunen Kapuzenrobe. „Ich biete euch die von mir zusammengefasste Transvision anzuschauen.“ Wendete er sich an Ratsmitglieder.
Leicht nur mit den Fingerspitzen berührte er die glänzende Fläche und erzeugte eine schwache Lichtprojektion in der Mitte des Raumes, die rasch an Deutlichkeit gewann bis eine Sternkarte sich vor ihnen ausbreitete.
„Ich habe es auf meiner Route in diesem Sektor entdeckt!“ sagte Dukkard und zoomte heran. „Und -! die Transvisionen!“ Anstatt der Sternkarte wurden jetzt mehrere Bilder von einem Teil der Galaxie in die Mitte des Raumes projiziert. Zuerst nur von kleinen Sternen, dann zoomte Dukkard immer näher ran bis eine Stelle ganz deutlich wurde.
„Da! Meine Sensoren haben hier Allarmgeschlagen. Und da sieht ihr schon die Spalte die mir Sorgen bereitet.“
Alle widmeten ihre ganze Aufmerksamkeit der Projektion und der Stelle wo ein kleines aber sehr helles Licht zu sehen war. Dukkard musterte ihre angespannte und konzentrierte Gesichter während er an dem Mundstück seiner Pfeife kauerte.
„Es sieht nicht gut aus!“ hörte er Dacha’han Stimme in seinem Kopf.
„Leider nicht!“ antwortete Dukkard ebenfalls telepathisch und blies eine große grüne Rauchwolke aus.

„Das haben wir schon vor einer Woche gesehen!“ sagte Dacha’han.“Es sind im Grunde die gleiche Transvisionen die Sie uns..?“
„Ja, nur detailierter“
„Nun, es steht außer Frage. Die Sensormaschine hat die Gammastrahlungen, die diese Singularität erzeugt, erfasst.“ Er machte eine Pause und sein Blick wanderte von einem Gesicht zu dem anderen. “Es handelt sich um ein Phänomen der Omega Klasse.“
Schon vor eine Woche habe ich sie gewarnt und trotzdem haben sie die Nachricht noch nicht verdaut. Vorsichtig horchte Dukkard ihren Gedankenströmungen zu. Die Bestürzung der anwesenden Sakuris lag wie auf der Hand.
„Erst dieser Krieg und jetzt das!“ hörte er Dacha’han in seinem Kopf. Der Albino saß ganz gerade ohne auch nur einen Gesichtsmuskel zu verziehen. Doch Dukkard konnte vor seinem geistigen Auge sehen wie der Ratsoberster vor Entsetzten den Kopf schüttelte.
„Was gedenkt ihr nun zu unternehmen?“ durchbrach Dukkard das Schweigen. So wie er Dacha’han kannte und so ernst wie die Lage war, muss der Albino schon vor eine Woche sich die ersten Gedanken darüber gemacht haben.
„Ich habe alles durchgelesen, was uns zur Verfügung in dieser Angelegenheit steht. Die Spalte muss geschlossen werden. Vor fünf hundert Jahren hat man eine mächtige Detonationswaffe gebaut die es ermöglicht hat.“
„Dafür bräuchten wir einen Experten. Sogar eine ganze Menge davon“ sagte Dukkard.
„Wir haben aber keine Menge an Experten die uns zur Hand gehen könnten.“ Dacha’han betätigte seine Retika um eine Namenliste zu projizieren.
„Allerdings haben wir jemanden, der noch vor Jahren an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert war. Er ist wahrlich ein Experte auf dem Gebiet“
„Nur einer?“ platzte aus Dukkard raus.
„Ja, ein Mann der aber alles in einem hat“ fuhr Dacha’han geheimnistuerisch fort. Er wählte aus der Liste einen Namen raus und vergrößerte den.
„Tilgo Ravilandi“ lass Dukkard laut den Namen und blickte fragend zu Dacha’han auf.
„Tilgo Ravilandi, ein Ingenieur, Astrophysiker und..“ Dacha’han legte eine kleine Pause ein um den Rest des Satzes zu unterstreichen:“ Ein Sprengstoffexperte der höchsten Ebene! Er ist einfach perfekt!“
„Aber kein Sakurikrieger.“ warf Dukkard ein und fing prompt den vernichtenden Blick Dacha’han auf: was sind Sie für ein Spielverderber, Dukkard.
„Unter Sakuris gibt es keine Wissenschaftler. Und schon gar nicht von der Größe“ sagte Dacha’han trocken
Dukkard lies sich nicht einschüchtern und bohrte nach: „Wie können wir denn ihn vertrauen?“
„Ein wenig muss man sich schon vertrauen, ist das nicht sonst ihre Motto Dukkard?“ Dacha’han bedachte Dukkard mit einem scharfem Blick, als wurde er ihn festnageln wollen.
„Erwischt“ gab Dukkard sich geschlagen.
„Und wenn sie behaupten diese Angelegenheit wäre zu heikel, dann lassen Sie mich euch an euren Vorschlag vor zwei Jahren erinnern.“ Dacha’han senkte seine Stimme und wirkte wieder ausgeglichen
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 19:15

„Der Punkt geht an Sie!“ Ein verschmitztes Lächeln bereitete sich auf Dukkards Lippen.
„Erzählen Sie mir mehr von dem Mann!“ verlangte er.
„Nun, es gibt da in der Tat einen Hacken“ zögerte Dacha’han. „Wie ich schon sagte, glaube ich einen perfekten Kandidaten für diese Mission gefunden zu haben.“ Er räusperte sich: „Einen FAST perfekten.“
Dukkard setzte eine Unschuldsmiene auf:
„Na sowas, ich höre!“
„Doch bevor Sie urteilen, Dukkard, lassen Sie mich zu Ende sprechen. Hier sind übrigens das Bild des Mannes und sein Lebenslauf. Nicht wirklich ein erfreuliches, möchte man sagen.“ Fügte er murmelnd am Ende zu und projizierte die Transvision.
Dukkards Gesicht wurde immer länger während er las, auch andere Ratsmitglieder stöhnten leise auf.
„Faszinierend!“ konnte sich Dukkard die spottische Bemerkung nicht verkneifen.
„Sie gehen mit telepathischen Fähigkeiten sehr verschwenderisch um!“ hörte er Dacha’hans strenge Stimme.
In der Mitte des Raumes schwebte dreidimensionales Abbild eines noch relativ jungen Mannes humanoider Abstammung. Seine Haarpracht, dessen Farbe man nicht identifizieren konnte, etwas zwischen dunkelblau und rotorange, ragte in spiralförmigen Strähnen an seinem Kopf unregelmäßig verteilt empor. Tilgos Augen strahlten eine Listigkeit aus, die an seiner Zugehörigkeit nicht zweifeln lies.
„Ein Ganove“-stellte einer der Ratsmitglieder unerfreulich fest.
„Und..sehe ich das richtig, er ist ein, nein!..ein Gad’ak?“Dukkards Braunen krochen nach oben.
„Ja, er ist zu Hälfte ein Gad‘ak“ sagte Dacha’han und fügte rasch zu: „ Was seine Kriminelle Karriere betrifft. Nichts Ernstes. Kleine dumme Strafftaten. Wenn man bedenkt, dass er ein Genie ist, ist es schon erstaunlich, dass er solche Dummheiten überhaupt begangen hat „
„Wie war das mit dem Vertrauen?“ verpasste Dukkard dem Ratsobersten einen telepathischen Stich.
„Es liegt eher an seinem ähm….psychischen Zustand, nicht an seiner Genialität, vermute ich. Obwohl das eine nicht unbedingt das andere ausschließen muss.“- philosophierte Dacha‘han unerwartet für seine eher pragmatische Art. Dukkards Bemerkung ließ ihn kalt.
„Woher kommt unser Genie überhaupt?“-
„Wichtiger ist zu erwähnen, wo er sich gerade jetzt befindet,- sagte Dacha’han vorsichtig. „Geboren wurde er auf Romulus in der Familie eines Stadtsarchitekten. Er bekam eine gute Ausbildung und ging auf einer der besten Wissenschaftsakademien auf Romulus. Er belegte gleichzeitig, 4, ja 4 Gänge in Mathematik, Astrophysik, Astronomie und Sprengeinrichtungskunde! Zusätzlich, machte er ein Fernstudium beim Haus der Ingenieure parallel zu seinem Hauptstudium Das heißt, er brachte das meiste in Ingenieurkunst sich selber bei. Er bewegte sich in allen Richtungen ausgezeichnet, sein Studium ging schnell voran, da er fast keine Mühe hatte den Stoff zu verstehen. Ein Genie eben!“,- Dacha’han lehnte sich etwas zurück und beobachtete wie seine Geschichte auf Dukkard wirkte.
„Ja, ja, das erwähnten Sie schon und weiter?“ sagte Dukkard.
„Los, rücken Sie schon mit dem Hacken raus, Dacha’han“
„Kurz vor dem Abschluss brach er unerwartet sein Studium ab. Es stand was davon in seiner unfertigen Zeugnis, warten Sie, ich habe es gleich,- Dacha’han spielte mit der Datenbank bis er den gewünschten Dokument präsentierte. „Hier lesen Sie es selber!“
„Tilgo Ravilandi, ein versprechender talentierter Student unserer Akademie, verlässt uns heute aus persönlichen Gründen,- las Dukkard laut vor und schaute fragend zum Dacha’han.
„Weiter“
„Wir vermuten, dass Tilgo Ravilandi einige unorthodoxe Ansichten an den Tag legte. Sein Austritt hat mehr mit seiner spezifischen Weltanschauung zu tun, als mit unserer Akademie. Wir bedauern zu tiefst diesen Verlust und wünschen unserem Ex-Studenten das Beste auf seinem neuen Weg.“
„Verstehen Sie jetzt?“- triumphierte Dacha’han.
„Nicht die Bohne….“
„Er ist ein Re-be-le! Ein Querdenker, der sich weder um einen wichtigen Abschluss schert, noch an einem bürgerlichen Leben teilnehmen will! Ein Chaot, ein Großstadtneurotiker, kann man sagen!“
„Und das soll mich überzeugen?“ Dukkard brachte in Gelächter aus.
„Gerade das macht aus ihm einen guten Kandidaten.“ erwiderte Dacha’han. Seine Gesichtszüge blieben nach wie vor regungslos. „Wissen hat er ja und auch das Können. Wenn man seinen Lebensverlauf verfolgt, versteht man auch warum er diese Strafftaten begangen hat. Profit an sich interessierte ihn herzlich wenig, er war auf Abenteuer und Herausforderungen aus. Er wollte mit seinem Wissen experimentieren. Hier, lesen Sie über seine letzten Jahre: Er schloss sich einer Bande von Schmuggelpiraten an, die ganz nah an verschiedenen kleinen und großen Singularitäten immer wieder vorbei flogen. Er spielte für sie den genialen Ingenieur und erfand soweit man weiß viele kleine und mittelgroße nützliche Dinger für ihr Schiff. Dafür unterstützten die Piraten ihn bei seinen Experimenten. Er versuchte dort eine Maschine zu bauen, die alle Singularitäten in dem Sektor verbinden sollte. Kurz vor dieser wissenschaftlichen Sensation, wurde er samt seinen Kameraden verhaftet. Jetzt befindet er sich in einer Strafkolonie in Suprahanzien.“
„Waaas?- brüllte Dukkard und das breite Grinsen das er stets anhatte wich ihm augenblicklich aus dem Gesicht. „Er ist ein Sträfling?“
„Nun beruhigen Sie sich, Dukkard,- sagte Dacha’han. „Ich verstehe diese Aufregung. Ich war selber zuerst verblüfft, aber dann dachte ich: Genau das macht ihm zu noch einen besseren Kandidaten.“
Dukkard stöhnte nur und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.
„Tun Sie mir das nicht an, Dacha’han!“
Ungerührt von Dukkards telepathischen Flehen fuhr Dacha’han fort.
„Erstens: bekam er lebenslänglich und hat im Moment nichts zu verlieren. Zweitens, ist er ein Genie, ein Erfinder, ein Abenteurer. Auf der Kolonie zu verweilen ohne seinen Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen, muss sehr qualvoll für ihn sein. Wir befreien ihn aus diesen Quallen. Mehr noch, wir schenken ihm nicht nur die Freiheit, sondern das beste Abenteuer seines Lebens.“
Dukkard unterdrückte dieses Mal das Verlangen nach aufstöhnen:
„In aller Liebe, Dacha’han“ sagte er in sachlichen Ton. „Sie wollen doch nicht, das..?“
„Allerdings!“ sagte der Albino mit einer festen Stimme. „Wir haben einfach keine andere Wahl.“
„Aber, das heißt, dass wir den Gesetzt selber brechen müssen? Ihn zu befreien wird schon eine happige Geschichte werden, wisst Ihr das?“
„Mag sein, aber es ist nicht unmöglich. Ihr habt schon viele andere, wesentlich schwierigen Missionen gemeistert.“ Holte Dacha’han sein bestes Schmeichelton raus.
„Nicht wirklich“ brummte Dukkard. „Ihr habt es sowieso schon entschieden, wie ich sehe. Wie nett, dass ich wenigstens in Kenntnis gesetzt wurde.“
„Dafür bekommt ihr alles was ihr braucht. Und den Raumschiff dürfen Sie selber wählen.“ Versuchte Dacha’han ihn zu beschwichtigen.
„Tatsächlich?“ spähte Dukkard argwöhnisch zu dem Ratsobersten.
„Sie leiten die Mission, Dukkard. Natürlich dürfen Sie entscheiden!“ D‘Kurmato, der Ratsmitglied zu seiner Rechten berührte ihn sanft mit der Hand.
„Großartig!“ entfuhr es Dukkard. Sein sarkastischer Unterton blieb von Dacha’han nicht unbemerkt.
„Dukkard, ich dachte Sie lieben das Abenteuer?“
„Wie war das, „ich bin eher gerne draußen“, hä Dukkard?“
„Und wie, mein Lieber Dacha’han, und wie ich die Abenteuer liebe!“ nickte Dukkard und die Ratsmitglieder beäugten ihn misstrauisch: bei Dukkard konnte man nie wissen wie er es meinte.
„Ich werde mich wohl auch selber um eine Crew kümmern müssen.“ Brummte er und weil niemand sich rührte fragte er entrüstet: „Was? Ihr glaubt wohl nicht, dass ich dieser Sache alleine auf den Grund gehe?“
„Aber selbstverständlich nicht!“ sagte Dacha’han aufgeweckt. „So gefallen Sie mir schon besser. Wer soll Sie denn begleiten?“
„ Wie kommen Sie darauf, dass ich die Namen parat habe!? Ich wusste vor kurzem nicht mal, dass ich der Dirigent des Orchesters bin!“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 10 März 2017 - 19:15

„Ach kommen Sie Dukkard. Das kaufe ich ihnen nicht ab. Eine Woche Flug und sie haben sich keine Gedanken gemacht?“ Dukkard überlegte für einen Moment ob er Dacha’hans Gedankenströmung nicht vorübergehend blockieren soll.
Auf den Gesichtern der Ratsmitglieder spiegelte sich Ungeduld und Neugier.
„Ich will kein Erdbeerfeld mit sich ziehen. Zwei Personen sollten reichen. Einen Pilot, der mich durch Asteroidenfelder in der neutralen Zone durchbringt. Und jemand, der mir bei möglichen Auseinandersetzungen zur Hand kommt!“
„Wer sind die zwei?“
„In erste Linie dachte ich an Alwine Tork. Dacha’han, sie erinnern sich?“
Dacha’han bejahte.
„Sie gehört zu dem Orden, und war mit mir auf einigen Missionen mit dabei. Wir sind alte Freunde“
„Ich erinnere mich auch“-sagte D’ramond „Ihr habe ich den Schwert- und Pilakampf beigebracht. Sie ist doch eine Rakshasu?“
„Richtig. Ihr findet alles über sie in unserer Datenbank!“ Dukkards Ungeduld wuchs mit jeder Minute. Am liebsten würde er die Sitzung verlassen. Sein Magen knurrte und er war müde von der Reise.
„Und was ist mit dem Piloten?“ Dacha’han wollte alles wissen.“Auch ein Freund von Ihnen?“
„So ist es! Ich stelle bis Morgen einen Bericht zusammen. Und jetzt will ich etwas essen und mich danach ausruhen!“
Dukkard spürte die leichte Entrüstung seiner Verbündeten, jedoch jetzt, wo man ihm die Last solcher Herausforderung auflud, erlaubte er sich diese kleine Unartigkeit.

An dem Tag seiner Abreise von Arensentia zog Dukkard noch mal durch die Zufluchtsstätte der Sakuriordens. Er hielt vor dem Übungsraum inne und schmunzelte in sich hinein. Wo sind die Tage hin, wo er, noch ein junger Sakurikrieger sein Training hier absolvierte. Er atmete tief aus und betrat den Raum.
Der glänzende Boden, der damals Dukkard die Furcht einjagte er würde ständig ausrutschen. Die hohe Wände, wobei eine Wand voll mit Portraits der berühmten Sakurimeister übersät war. Der länglicher Tisch worauf allerlei Schwerter, Dolche, Knuppel und andere Nahkampfwaffen sich fein säuberlich stapelten. All das hat sich seit Jahren nicht verändert! Dukkard blickte in einen schmalen Spiegel an der Wand. Er aber schon.
Flut und Sterne, dieser Besen wird immer grauer dachte er und tastete an seinem Bart.
Jäh erreichte seine Ohren ein dumpfes Poltern. Der Raum war nur schwach beleuchtet, es war noch zu früh für ein Training und deshalb rechnete Dukkard mit niemand in der Übungshalle.
Dukkard strengte seine Augen an und versuchte den Raum auszuspähen. Allmählich gewöhnte er sich an der Dunkelheit und sah einen Schüler in der Ecke des Raumes, der offensichtlich in ein Training so vertieft war, dass er Dukkard nicht reinkommen sah.
Es war Krunch, der junge Sakuri, der ihm vor ein paar Tagen die Eingangslücke öffnete. Selbstlos schlenkerte er mit einem kurzen Schwert und gab gelegentlich kriegerische Laute von sich. Sein Gegner war, -und das erkannte Dukkard erst jetzt-, eine projizierte Animation: ein Abbild von einem kampflustigen Gad’ak mit großen Hauern und rotleuchtenden Augen.
Vergnügt beobachtete Dukkard einige Augenblicke wie Krunch immer mehr vom Gad’ak in die Ecke getrieben wurde. Letzten Endes meldete er sich:
„So wird das nicht, keine Chance!“
Vor Schreck ließ Krunch sein Schwert fallen und wirbelte herum.
„Master Dukkard!“
„Man soll niemals gegen einen Gad’ak mit einem Gadakan eintreten.“ Sagte er und hob das Schwert vom Boden.
„Aber, ich dachte, es heißt..“
„Ja, es heißt nicht umsonst Gadakan. Das ist die Waffe die sie am besten beherrschen und nicht die ultimative Waffe gegen sie“ Dukkard fuhr mit dem Finger der Klinge entlang, bis er an die Spitze angekommen den Finger rasch zurückzog und ein Blutstropfen, die sich dort gebildet hat mit Faszination musterte.
„Scharf. Du sollst mit dem Schild üben, übrigens.“ Er blickte wieder zu dem jungen Sakuri auf. Krunch stammelte etwas vor sich hin, von wegen er würde einen richtigen Kampf wollen.
„Wenn du mit Gadakan kämpfen willst, dann brauchst du entweder zwei davon, oder den Gadaschild für die linke Hand. Und überhaupt“- er drehte sich zu der Transvision seiner Gegner. „das nennst du einen „richtigen“ Kampf?“
Krunch starrte Dukkard verzettelt an.
„Aber..aber, Master Dukkard, wie soll man sonst..“
„Los, zeig mir was du kannst!“ befahl Dukkard und warf ihm den Gadakan zurück. „Und dieses mal so wie es sich gehört, mit dem Schild oder mit dem zweiten Schwert!“
Ein Abdruck der puren Begeisterung lag auf Krunchs Gesicht als er eifrig zu der Wand mit den Schilden stürmte. Nicht jeder bekam eine Chance vor so einem berühmten und erfahrenen Sakurikrieger seine Kampfkünste vorzuführen. Als er allerdings das Kampfprogramm wieder anschalten wollte schritt Dukkard ein.
„Oh nein, nein. Nicht mit dem da. Mit mir!“
Krunch öffnete den Mund und blinzelte Dukkard und das Abbild des Gad’ak abwechselnd an.
„Aber…aber..“
„Was hast du bloß mit dem „aber“-setzte Dukkard die falsche Entrüstung auf. Innerlich schmunzelte er.
„Was glaubst du wie ich in meiner Ausbildung geübt habe? Damals gab es noch keine Luftgegner-wie ich sie nenne- man kämpfte mit den anderen Schülern. Und mit den Lehrern. Bis man das da“- er zeigte mit der Pila- (eine lange dünne Stange mit zwei Hacken am Ende und einer Reihe von scharfen Sägeähnlichen Zähnen)- die er sich gerade von dem Tisch schnappte auf Gad’ak. „erfunden hatte“
„Ab..Sie wollen doch nicht gegen mich mit Pila kämpfen?“ stotterte Krunch.
Dukkard zog eine ernste Miene:
„Du wolltest doch einen richtigen Kamp haben?“
„Ja, a…ich bin doch gerade in dem ersten Abschnitt! Wir haben kaum Nahkampf geübt!“ sagte er verzweifelt.
„In dem ersten Abschnitt? So, so!“ Dukkard schlich wie ein Raubtier um Krunch herum, während dieser sich nicht zu bewegen traute. „Und was macht Erstabschnitt Schüler mit Gadakan in der Hand. Und ohne Schild?“
„Ich wollte nur ein wenig üben. Mein Vater erwartet..“
„Dein Vater war nicht besser, entspann dich“ Dukkard blieb vor dem Jungen Sakuri stehen und zwinkerte ihm zu. Seine Augen lachten.
„Wirklich?“ entfuhr es Krunch und ein breites Grinsen der Erleichterung zog über sein Gesicht.
„Ja. Ich habe ihn mit der Pila in dem ersten Abschnitt erwischt“
„Mein Vater hat vieles von Ihnen erzählt. Sie haben ihm Ihre Route beigebracht?“
„Ihm und ein paar anderen.“ Dukkard legte Pila wieder auf den Tisch und musterte nachdenklich die Waffen die dort lagen.
„Aber die Pforte ist jetzt offen, hat man uns gesagt.“
„Seit wann bekommen die Erstabschnitt-Schüler solch wichtigen Informationen zu hören?“
„Man sagte uns die Lage ist in vielen Hinsichten ernst. Man bräuchte jeden und wir sollen alles wissen. Es kommt ein Krieg auf uns zu“
„Allerdings“
„Und die Spalte? Ausgerechnet jetzt?“
„Wie heißt das? Der Sturm kommt nie allein. Das alte Sprichwort besagt, dass nach dem Sturm auch immer noch der Flut kommt. Und Sternregen, wenn schon alles schief laufen soll.“ Dukkard zuckte mit den Schultern.
„Wollen Sie damit sagen…die Formwandler, sie kommen durch den Spalt? Wie damals?“
„Niemand weiß genau was damals passierte. Gerüchte. Erinnerungsfetzen. Vermutungen.“
„Aber nicht umsonst müssen die Sakuris seit über 500 Jahren ihre Routen bewahren, so wie Sie.“
„Und es hat sich ausgezahlt.“ Dukkard hob ironisch die Augenbraunen. Es war offensichtlich dass er mit Krunch nicht darüber reden wollte. Der letzterer spürte dies und wechselte das Thema:
„Haben Sie schon einen Schiff ausgesucht, Master Dukkard?“ fragte er in der Hoffnung dass Dukkard darauf einspringt. Und Recht hatte er. Dukkards Augen blitzen auf.
„In der Tat. Ein Raumflitzer ist das. Wendig und schnell. Aber mit Volumen. Ich habe sie „Steppe“ genannt“
„Sie?“
„Natürlich Sie! Jeder weiß, dass ein Raumschiff eine „sie“ ist!“ Dukkard lachte auf und klopfte auf Krunchs Schulter. „Der Orden muss dir noch einiges beibringen, mein Junge“
„Aber warum den „Steppe“?“
„Ähm…eine lange Geschichte“
„Wo fliegen Sie den überhaupt hin?“
„Enmori“ Dukkard machte sich langsam zu der Tür. Irgendwie muss ich ihn loswerden. Zu viele Fragen, was dem Jungen da in dem Kopf schwirrt.
„Ist das nicht die neue Straffkolonie des Imperators?“
„Meine Güte, das wusste ich ja gar nicht!“ Dukkard verdrehte die Augen und beschleunigte den Schritt. Am Ausgang drehte er sich zu Krunch, der ihm die ganze Zeit weiterfolgte:
„Darüber muss ich dringend mit Dacha’han reden. Du willst doch mich nicht zu dem Rats und Ordenobersten begleiten, oder?“
Krunch erstarrte augenblicklich. Auf ein extra Treffen mit Dacha’han war er nicht sonderlich scharf. Vor allem nicht nach dem Dukkard ihn beim verbotenem Training ertappt hatte. Er schüttelte heftig mit dem Kopf und ließ Dukkard ziehen.

Als Dukkard das Quartier des Ratobersten erreichte war er entschlossen Dacha’han klar zu machen, dass er mehr an Treibstoff brauchte als man ihm für diese Mission zugeteilt hatte. Er wusste, dass wenn es um Petrinol ging, schlossen sich bei Dacha’han alle Türen der Barmherzigkeit. Diese Energie, die man aus Petrin gewann war zu wertvoll und schwer zu ergattern. Petrinol regierte Droom. Diejenigen, die wenigstens eine Petrinkolonie besaßen waren bis ans Lebensende ausgesorgt und zählten zu den Superreichen. Dem Orden stand nur sehr wenig von diesem kostbaren Treibstoff zur Verfügung. Man munkelte, dass früher Sakuri im Besitz von mehreren Petrinkolonien waren, doch jetzt lebten sie nur von Spenden ihrer Sympathisanten und Dacha’han wachte über die Petrinol Vorräte wie ein Adler über seinen Nest.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 17 März 2017 - 18:05

Dukkard blieb vor der Tür stehen und horchte. Er spürte Dacha’hans Anwesenheit im Raum dahinter und wusste dass der Albino seine ebenfalls wahrgenommen hat.
„Nun kommen Sie schon herein, Dukkard“
Dukkard schubste die Tür. Der Raum war all zu asketisch für sein Geschmack. Nur ein einziges Möbelstück, ein niedriges flaches Bett, stand in der Ecke. Einmal hatte Dukkard die Ehre sich auf dieses Bett niederzulassen und er zuckte jedesmal bei dem Anblick zusammen. In der Erinnerung an der Härte der Matratze fragte sich Dukkard ob der gute Dacha‘han nicht ein wenig masochistisch veranlagt wäre. Inzwischen glaubte er eher, dass das Bett einfach aus splitterigem Holz zusammengeschustert war und es gar keine Matratze gab.
Der Raum war kaum beleuchtet. Nur eine langgestreckte Meditationskerze in der Ecke spendete ein wenig Licht. Deren Flammen flackerten in verschiedenen Farben und warfen dunkle Schatten auf Dacha’hans weißes Gesicht.
„Gespenstisch“ Dukkard lies sich auf den Boden nieder, kreuzte die Beine und klopfte sich suchend an den Taschen.
„Nicht in meinem Quartier, Dukkard!“ Dacha’hans strenger Blick richtete sich auf ihm.
„Ihr seid so hart“ seufzte Dukkard. „Erbarmungslos!“
„Seien Sie nicht albern. Ich will lieber wissen ob sie von ihrer Crew schon was gehört haben?“
„Ja habe ich, deshalb bin ich hier. Um mich zu verabschieden. Ich fliege gleich los“
„Wo ist der Treffpunkt?“
„Ich habe mir einen kleinen unauffälligen Planeten am Rande der Infrahanzien ausgesucht. Seit neuem versuche ich Romulus und des gleichen am besten zu meiden.“
„Sind Sie mit ihrem Schiff zufrieden?“
„Die Steppe ist fantastisch!“
Dacha’han rümpfte ein wenig die Nase.
„Sie bleiben für immer ein Romantiker, Dukkard!“
„Ein Schiff, der für solche Mission ausgewählt wurde, verdient einen Namen!“
„Es ist einer der besten Raumschiffe die wir noch haben, gehen Sie damit sorgfältig um!“
„Wo wir gerade bei dem Schiff sind. Ich bräuchte mehr an Treibstoff!“
„Sie haben genug bekommen Dukkard.“
„Ich meinte Petrinol! Mit dem normalen Treibstoff brauche ich Jahre bis ich da angekommen bin wo ich will. Enmori liegt am anderen Ende der Galaxie!“
„Übertreiben Sie nicht. Sie haben ausreichend bekommen, Sie müssen es sich nur vernünftig aufteilen. Und nicht sinnlos, nur Geschwindigkeit halber!“
„Diesem Vorwurf kann ich nicht zustimmen!“ Dukkard stellte sich stur.
„Sie bekommen nichts mehr als Sie schon haben, Dukkard. Also ist es zwecklos darüber zu diskutieren.“
„Flut und Sternregen!“ Dukkard zog eine finstere Miene. Wie er vorausgesehen hatte, war es unmöglich den sparsamen Dacha’han umzustimmen. Nun muss er jetzt höllisch aufpassen, dass Petrinol ihm nicht ausginge und überall wo es laut Dacha‘han:“nicht nötig war“, den üblichen billigen Treibstoff verwenden, der zwar in Überfluss vorhanden war, aber ihm nur ein Schneckentempo in dem All ermöglichte.
„Zu einem anderen Punkt“ Dacha’han ignorierte Dukkards Unmut. „Unser Mann auf Enmori hat die Anweisungen bekommen. Er wartet auf euch wie abgesprochen und wird das Nötige für euch bereithalten.“
„Erfreulich“ brummte Dukkard.
„Wir bleiben im Kontakt, aber seien Sie vorsichtig mit dem wie Sie mich benachrichtigen. Die Intergalaktische Post kann man zurzeit vergessen. Auch alle Transverbindungen sind sehr unsicher. Gehen Sie diesen Weg, nur wenn es sich um ein Notfall handelt.“
„Sie bleiben doch nicht die ganze Zeit hier, Dacha’han?“
„Vorerst muss ich es. Alle wichtigen Berichte von unseren Informanten fließen nach Arensentia. Wir können Jordan mit keiner Armee zur Hand gehen, nur mit dem Wissen, was wir bekommen.“
„Sie wollen ausharren?
„Suprahanzien hat keine schlechten Chancen. Sie besitzen eine große Militärkraft und Ressourcen. Das wichtigste ist, sie sind vereint und gehen organisiert vor. Dank uns sind sie dem Imperator immer einen Schritt voraus.“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 17 März 2017 - 18:05

„Was ist der Plan?“
„Zurzeit teilen sie ihre Truppen in der neutrale Zone auf. Shakru hat vor zu konvertieren. Ich denke, dass einige schon um Friedenswillen sich ihm anschließen werden.“
„So reich wie Jee‘an ist, würde ihm nichts ausmachen die neutrale Zone Jahre zu belagen!“
„Jahrzehnte befürchte ich! Aber es ist immer noch besser, als wenn er Suprahanzien anfallen und ganz an sich reißen würde.“
„Ich glaube nicht, dass er von selbst irgendwann die Lust verliert. Und während dessen bereitet sich sein Petrinol Monopol in Infrahanzien immer und immer weiter.“
„Jordan bleibt nichts übrig als auf einen passenden Moment zu warten“
„Wann habt ihr das letzte Mal von Jemelaja gehört?“
„Erst neulich. Und das was wir hörten war wenig erfreulich. Sunama ist äußerst gereizt und lechzt nach Blut.“
„Ich dachte er lechzt nach Macht.“
„Das sowieso. Aber da ist noch etwas. Etwas Persönliches. Ich denke da an jungen Reeven Jordan.“
„Haben Sie die Beiden nicht vor Jahren in der Kampfkunst unterrichtet?“
Dacha’han nickte.
„Was ist da zwischen den Beiden vorgefallen?“
„Ich pflege nicht in den Köpfen meiner Schuler rumzuwühlen.“
„Vielleicht sollen Sie es ab und zu tun.“ Langsam hob sich Dukkard wieder auf die Beine.
„Ich mache mich dann auf den Weg. Machen Sie es gut Dacha’han!“
Dacha’han saß immer noch steif wie eine Klapperschlange da.
„Passen Sie auf sich auf!“ hörte Dukkard seine Stimme, als er die Tür hinter sich schloss.


Dukkard ließ die Steppe in dem Orbit auf ihn warten und nahm den Spaceshuttle um auf Karakus zu landen. Karakus war ein kleiner staubiger Planet, ohne festen Bewohner und ohne Städte. Das ganze Planet war an sich ein großes Schrottplatz, überall erstreckten sich die Marktplätze wo mit rostigen Ersatzteilen der Raumschiffe und Androiden, mit verbotenen Transprogrammen und verdünntem Petrinol gehandelt wurde.
Im Gegensatz zu Arensentia wüteten keine Sandstürme auf Karakus, obwohl er zu Wüstenplaneten zählte. Er war von keiner Interesse für die Außenwelt. Eine halbwegs organisierte Handelsgilde hat sich auf dem Planeten gebildet und die meisten Mitglieder gehörten der Unterschicht der Gad’ak, was man an ihren nicht wegoperierten Hauern merkte. Die oberste Schicht lief ohne derartige Verunstaltung, wie sie es nannten, die Schrotthändler vom Karakus konnten sich dagegen nur selten eine solche Operation leisten. Manche sammelten ihr Leben lang das nötige Mittel um sich die verhassten Hauern entfernen zu lassen und eine höhere Stufe in der Gad’ak Gesellschaft zu erklettern.
Dukkard stieg aus dem Shuttle und schon die ersten Atemzüge auf Karakus fühlten seine Lunge mit den feinen rötlichen Sandkörnchen, die in der Luft rumschwebten. Er zog die Kapuze tief über den Kopf und vermummte sich bis auf die Augen mit einem dünnem Schal. Weil es auf Karakus keine Teleportkabinen gab, marschierte Dukkard gen Landeplatz für Passagierliner zu Fuß um Alwine abzuholen.
Die Maschine war schon gelandet und Alwine ging gerade die Ausgangstreppe hinunter. Wie alle Rakshasu war sie hochgewachsen und zähgebaut. Ihre schuppige Haut schimmerte blau, die Augen waren ohne jegliches weiß, wie zwei schwarze Mattscheiben mit einem dünnen Strich von gelber Pupille. Sie trug einen fetzigen Lederkleid, der bis zum Boden ging und einen Rucksack über die Schulter. Auf ihrer rechten Hüfte baumelte ein Gadakan.
Eine warme Begrüßung später verließen sie den Landeplatz.
„Es stand etwas über den anderen Crewmitglied in deiner Depesche“ sagte Alwine.
„Molla. Wir holen ihn ab. Er arbeitet für einen Schrotthändler hier“
Alwine verlangsamte den Schritt: „Ich hoffe nicht, dass er ein Gad’ak ist“ Ihre Augen glänzten auf.
„Er ist ein turguss.“
„Interessant. Wie kann er uns nützlich sein, wenn er einem dieser Händler hier gehört?“
„Er ist kein Sklave. Er arbeitet freiwillig. Als ein freier turguss hat er nichts Besseres gefunden.“
„Ein turguss, der frei ist. Wo gibt es sowas?“
„Du bist ja auch frei.“
„Aha, dann hat er es auch dir zu verdanken? Übrigens bin ich kein turguss“
„Ja, ich war sein letzter Besitzer und ließ ihn frei.“
„Und wofür ist er gut? Ich räume meine Kabine selber auf, auch ein Küchendienst ist überflüssig“
„Momentmal. Wer sagt denn, er soll unserer Diener sein?“
„Was kann den ein turguss sonst? Die sind doch nur die Hausgeister bei den Reichen. Zum Putzen und zum kochen da“
„Nicht dieser. Molla ist einer der besten Piloten und Navigatoren, die ich je gesehen habe.“
„Wie das denn?“
„Ich vermute es liegt daran, dass er Menschen auf einer besonderen geistigen Art erreichen kann.“
„Er ist ein Telepath? So wie du?“
„Mehr als das.“-sagte Dukkard „Es gibt keine Bezeichnung für seine Fähigkeit“
Alwine schnaubte mit einer Portion Argwöhn die Dukkard nicht zweifeln ließ, dass er sie noch nicht überzeugt hat.
Eine seltsame Konstruktion zeichnete sich gegen den Horizont vor ihnen ab. Ein schiefes zweistöckiges Gebäude, auf der Seite dessen, wie eine Gabel die man in Steak steckte, ein großer Rumpf eines verrosteten Raumschiffes herausragte. Es war komplett mit dem Stand bedeckt und schimmerte rötlich in der Sonne.
„Es ist der Werkstatt, wo Molla arbeitet“ sagte Dukkard. „Hier transportiert er die alten Teile, die später zerlegt werden.“
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 17 März 2017 - 18:06

Davor lag ein Haufen Roboterteile, man erkannte hie und da eine Greifarm oder einen Blechschädel. Ein ebenso rostroter Zaun umringte die Werkstatt, vor dem Eingang ohne Tür lümmelte an den Zaun angekettet ein zotteliger Hund, der fast menschengroß und breit war. Neben dem Hund steckte ein Schild in dem Boden, worauf auf Händlerdialekt stand: „Tu’at nix, außa Fress‘n!“
„Gad’aks Köter!“
Alwines Hand glitt zum Gadakan, aber Dukkard hielt sie zurück. Der Hund schien sie aus seinen zugekniffenen Augen zu beobachten aber machte einstweilen keinen Mucks.
Wie hingezaubert, tauchte plötzlich jemand vor ihnen, der nur ein Drittel so groß wie der Hund war.
„Master Dukkard!“ rief die Kreatur mit einer krächzenden Stimme aus und schüttelte Dukkards Hand so heftig, als ob es um Leben oder Tod ginge.
Turgusse waren kleine pelzige Wesen, mit einem großen Kopf im Vergleich zu ihrem restlichen Körper, die an der Fratze einer Katze erinnerte. Wenn turgusse sich zum Beispiel setzten und etwas trinken wollten, nutzen sie dafür ihre Greifarme. Diese Greifarme fand man üblicherweise sehr abstoßend, zudem, waren diese Greifarme, mit dicken braunen Lederhaut überzogen, die ganze Zeit in ihrem Körper versteckt, und fuhren dann plötzlich, wie Arme eines Androiden aus ihrem Körper raus. Diejenigen die noch nie einen turguss gesehen haben, schauten nicht schlecht bei diesem Anblick. Ferner hatten turgusse 3 Sehorgane, aber das dritte Auge befand sich bei ihnen am Hinterkopf.
Mit einer gehobenen Braue und Händen vor der Brust gekreuzt studierte Alwine Mollas Erscheinung. Sie hat schon einige turgusse gesehen, aber mit keinem je gesprochen, geschweige ihm die Hand geschüttelt.
„Oh!“ entfuhr es Molla als er sich zu ihr wandte. Er überlegte einen Moment, ob er ihr eine seiner Greifarme reichen soll, oder doch die Pfote und entschied sich für die letztere.
„Alwine Tork!“ sagte sie kurz angebunden.
„Ma Dela Molla Del Abiv der Damor al Dep Fahand Dukkard. Sehr erfreut!“
Alwine starrte ihn an.
„Turgusse bekommen immer die Namen all seiner Besitzer, die Reihe nach“ erklärte Dukkard.
„Stimmt! Sie können mich natürlich nur Molla nennen!“
„Das ist aber sehr freundlich von dir!“
Molla gluckste: „Ich muss mich noch von Ardadanimus verabschieden!“ Er hüpfte über den schlaffenden Hund und verschwand für einen Augenblick in der Werkstatt.
„Unser Pilot soll es also sein“ stellte Alwine fest.
„Gib ihn doch eine Chance!“
Molla hüpfte wieder raus mit einer Tasche in seinen Pfoten und verkündete: „So, ich wäre dann so weit!“ Auf seinem Gesicht bereitete sich ein Grinsen aus, er zappelte und legte sonst alle Anzeichen der Aufregung an den Tag.
Sie erreichten den Shuttle und Karakus war bald nur ein roter Ball, den sie hinter sich ließen.
„Ich bin so auf das Schiff gespannt, Master Dukkard!“
„Oh, Steppe ist wunderbar!“ sagte Dukkard und strahlte übers ganze Gesicht
Alwine spähte zu ihm rüber und schürzte die Lippen.
Als sie bei Dukkards neuer Errungenschaft ankamen schien Molla komplett aus dem Häuschen zu sein. (Beschreibung der Steppe) Unmittelbar nach ihrer Ankunft versammelten sie sich in dem Navigatorraum der Steppe und Dukkard erläutete ihnen die Mission.
Er projizierte, wie auf Arensentia während der Ratssitzung Tilgos Bild in den Raum und danach die Transvisionen der Spalte in der neutralen Zone, die er vor kurzem entdeckte.
Alwines Gesicht verdunkelte sich als sie Tilgo sah.
„Er trägt Blut der Gad’ak in sich!“ presste sie durch die Zähne.
Später fragte Molla Dukkard warum sie so auf Tilgo reagierte.
„Sie ist eine Rakshasu,-erklärte Dukkard.“Ihr Volk wird von Gad’ak versklavt auf eine ganz miese Weise.“
„Sie war so wie ich, eine Sklavin?“
„Nein. Als sie noch ein Kind war, ist mir gelungen sie von Gadakka nach Amaris-Abegoria zu bringen, wo sie bei Amazonen aufwuchs. Sie hat das Verstand und das Herz einer Amazone, aber sie hasst Gad’ak. Oder vielleicht gerade weil sie eine Amazone ist, hasst sie Gad’ak. Sie träumt davon, eines Tages ihr Volk zu befreien.“
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Lady Ann
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 17 März 2017 - 18:06

Enmori
„Master Dukkard, Morgen sind wir da!“,- sagte Molla und schnalzte vor Aufregung. Er platzte vor Stolz, sie früher als geplant an die gesuchten Koordinaten hin gelotst zu haben.
„Ausgezeichnet!“ Dukkard hielt den Daumen hoch und warf einen Blick der Genugtuung Alwine zu.
In der Tat, haben Mollas Navigationskünste und seine gute Nase sie durch alle Asteroidenfelder unbeschadet navigiert und ihnen die ganzen 5 Tage der Umwege erspart. Es traute sich selten einer diesen Sektor an der Stelle zu durchqueren, doch Molla machte es mit Links. Er saß an dem Navigationspult und summte irgendeinen Liedchen vor sich hin. Mit einer seiner Greifarme ruhte er die Romily um, mit der anderen korrigierte er die Koordinatenangaben, während er mit seinen Vorderpfoten in der Retika blätterte und in den alten droomischen Märchen und Sagen schmökerte.
Turgusse waren in Droom unbeliebt, die Mehrheit verachtete und verabscheute sie. Allein schon ihr Erscheinungsbild sorgte fürs Aufsehen. Sie wurden als Nutztiere, im besten Fall als kleine Hauskobolde betrachtet, die keine Rechte hatten und dementsprechend behandelt werden sollten. Man sagte, sie würden stinken, langsam und faul sein. Nichts von dem entspricht der Wahrheit, dachte Alwine, als sie Molla beobachtete.
Zu Dukkards großer Freude lief es zwischen den Beiden besser, als er sich je erhofft hatte. Oft waren die Zwei in lange tiefsinnige Gespräche vertieft, zu der Teilnahme an deren Dukkard nicht eingeladen war.
„Pass auf, Alwine! Du muss dir in klarem sein, dass es keine Katze in Übergröße ist, der du zuhörst. Das ist ein ganz fieser turguss, der nur vorgibt eine Katze zu sein. In Wirklichkeit wühlt er in deinen Gedanken, während er dich mit seinem Schnurren ablenkt“ sagte Dukkard mit ernster Miene.
“Das ist überhaupt nicht wahr!“- sprang Molla auf und drehte sich um 180 Grad „Das ist überhaupt nicht wahr!“-entrüstete er sich.
Dukkard lachte, während Alwine ihn zu beruhigen versuchte.
„Ich glaube es dir ja! Aber mit zwei Telepathen in einem Raum, muss ich mir da überhaupt noch irgendwelchen Ge-dan-ken machen?“
„Genau!“ stimmte Molla triumphierend zu. „Master Dukkard könnte ja auch wühlen…wenn er wollte, oder nicht?“
„Ich doch niemals!“ klopfte sich Dukkard an der Brust.
Alle drei wechselten sich täglich in der Küche ab. Die beliebteste Tage waren es, wenn Dukkard den Küchendienst hatte. Er machte eine hervorragende Figur als Koch; da er so viel in der Galaxie rumgekommen ist, kannte er alle möglichen Gerichte aus allen Ecken von Droom. Molla schleckte sich schon die Lippen ab, bevor das Essen auf den Tisch kam, häufig tauchte er mehrmals in der Kochnische des Schiffes auf, während Dukkard kochte und fragte nach, wann das Essen doch endlich fertig sein würde? Mit einem fiesen Lächeln auf den Lippen, probierte Dukkard sein Wunderwerk vor Mollas Nase, stöhnte und verdrehte dabei die Augen.
Dagegen war Molla eine Niete in der Küche.
„Ich weiß jetzt, warum man dich nie in einem Haus arbeiten ließ!“ rümpfte Dukkard die Nase.
„Tja, hilft alles nichts!“ kicherte Molla
„Friss oder stirb!“
Als Enmori am nächsten Tag, ihnen aus der Sichtlucke entgegen blickte, wiederholte Dukkard ihr Plan:
„Der Cousin eines unserer Verbündeten arbeitet dort. Er wird auf uns abseits des Planeten mit einem Aufseherflieger warten. Wir tauschen mit ihm und schmuggeln uns hoffentlich unbemerkt an die Kontrollen vorbei. Wir haben die Koordinaten wo wir landen sollen, dort müsste auf uns ein Lorrik warten. ( Ein typisches Zivilfahrzeug, das meistens von Händlern verwendet wird).
„Unser Verbündeter hat uns Aufseheruniform besorgt und so gehen wir es an.“-fuhr Dukkard fort. „Ich und Alwine machen uns auf eine Entdeckungstour durch die Strafkolonie, als Händler und Lieferanten, die sich verlaufen haben. Laut unserem Mann, sitzt unser Freund im Augenblick zu Straffe in einem Loch. Eine Minikarte der Kolonie haben wir ja. Bei dem Loch sitzt meistens nur ein gelangweilter Aufseher, den wir ablenken müssen, damit Molla da rein hüpft.“

Noch am frühen Nachmittag meldete sich der Aufseher, der mit seinem Shuttle ihnen entgegen kam. Es war ein großer unfreundlicher Bursche, Namens Skwalk, der seit einer Ewigkeit auf Enmori als Aufseher tätig war und sich dort gut auskannte.
Es gab keine Begrüßung. Skwalk nickte nur dem Dukkard und würdigte dabei weder Molla noch Alwine eines Blickes. Wortlos holte er eine Aufseheruniform und steckte Dukkard ein kleines metallisches flaches Ding in die Hand. Ein Magnetschlüssel für das Erdloch wie sich später herausstellte. Danach wechselte Dukkard und der Aufseher nur wenige Wörter und Skwalk setzte sich auf den Kontrollpult der Steppe. Dukkard missfiel der Gedanke diesen Burschen allein auf seinem Schiff zu lassen. Er seufzte und streichelte Steppe mit dem letzten Blick, als sie sich zum Skwalk Shuttle begaben.
Es war wesentlich kleiner als die Steppe, dafür war es robuster, als ein gewöhnlicher Spaceshuttle. Sie passierten ohne Vorfälle die Orbitale Vorposten des Planeten und landeten auf die gewünschte Stelle, die etwa eine Stunde mit dem Lorrik von der Kolonie entfernt war.
Molla schnalzte laut und schaute jeden Ast und jeden, noch so kleinen Stein, mit Interesse ganz besonderer Art an; als warte er darauf, dass der Ast oder der Stein zu ihm spricht.
„Wir haben dafür keine Zeit,- mahnte ihn Dukkard mit einer strengen Miene.“Lass das!“- und Molla schmiss seine Beute enttäuscht zur Seite. Als Dukkard sich wegdrehte, streckte er obendrein seine Schnalzzunge raus und nahm eine beleidigte Pose an. Ohne davon nur eine Notiz zu nehmen, wühlte Dukkard weiter in seiner Tasche herum, fischte endlich die Karte raus und vertiefte sich darin.
Sie standen mitten in einem Wald, der dicht mit wuchtigen Bäumen bewachsen war. Das Shuttle ließen sie gleich dort stehen, denn es war gut von den Bäumen verdeckt. Dukkard zeigte auf einen kleinen Pfad, der mit wildem Gestrüpp gedeckt und deshalb kaum zu erkennen war.
“Das ist unser Weg!, sagte er „Irgendwo in der Nähe sollten wir den versteckten Lorrik finden. Also haltet eure Augen auf!“
Enmori war eine Art von Planet, den man als atemberaubend und finster zugleich beschreibem konnte. Zwei Drittel des Planeten machten wilde Wälder und Berge mit reichlich vorhandenen Erzen, aus. Im Himmel sah man zwei große und viele kleinen Monde, die um den Planeten Tag und Nacht kreisten. Das Wetter war stabil, es gab selten Orkane und starke Regen. In die Höhe geschossen, am Fuß etwas enger und am Gipfel breiter, sahen die Berge aus Entfernung wie gigantische Pilze aus. Ungewöhnlich war auch der Himmel des Planeten. Durch viele Tetrastrahlungen von zwei um den Planeten liegenden Sonnen, die sich reflektierten, spielten sich seltsame Farben an dem Himmel der Enmori ab. Mal waren es lila-graue Wölkchen, mal gelborange mit einem Hauch von grün, wie jetzt.
Dukkard marschierte als erster und machte mit seinem scharfen Ranzu den Weg von Pflanzen frei. Nach ihm trippelte Molla mit einem kleinen Rucksack über die Schulter, und Alwine schloss die Kolonne ab. Sie waren nicht lange unterwegs, vielleicht eine viertel Stunde, als Molla plötzlich stehen blieb und auf die Büsche etwas weit entfernt zeigte: „Da!“
Alwine und Dukkard hielten die ganze Zeit ohne Erfolg die Ausschau nach Lorrik. Und dann wird er von turguss entdeckt, der die ganze Zeit abwesend zu sein schien.
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BeitragThema: Re: No Milky Way...   Fr 17 März 2017 - 18:07

Dukkard, der Molla schon länger kannte, wunderte sich nicht. Alwine dagegen, brachte es auf „Wie kannst Du bitte, etwas sehen ohne danach zu suchen? Raunzte sie.
„Nun ja, er ist unser Navigator!- spielte Dukkard den Unschuldslahm. „Es gehört zu seinen Aufgaben!“
„Tut es das, Meister Dukkard? Ich dachte, ich muss da oben,- er zeigte zum Himmel „ euch durchbringen, und Sachen finden. Nicht in diesem Wald, den ich nicht kenne“.
Molla war ein kleiner Streber. Alles was man von ihm erwartete, wollte er ganz perfekt hinbekommen. Jetzt war er beunruhigt von dem, was Dukkard sagte. Diesen Planeten kannte er gar nicht und machte sich Sorgen, ob er wirklich seine Freunde durch navigieren könnte? Alwine merkte seinen Kummer: „Ach Molla, er macht schon wieder seine Witze mit Dir! Wir haben eine Karte und sie soll uns navigieren, nicht du. Vor allem „Master Dukkard“ soll sie lesen können!“
Molla schnalzte und machte ein paar andere komische Laute, einem Niesen ähnlich, was zeigen sollte wie entsetzt er über Dukkards Verhalten war.
„Bevor wir losfahren, sollten wir uns etwas umziehen,- sagte Dukkard und öffnete die Tür des Lorriks.“Mit „uns“ meinte ich eigentlich Dich, Alwine. In diesen Lederfetzten kann es schwierig werden.“
Sie verdrehte die Augen während sie ein breites graues Gewand aus ihrem Rucksack holte. Als sie hinein schlüpfte bedeckte es ihren ganzen Körper, anschließend vermummte sie sich mit einem, genauso wie ihr Kleid, grauen Schleier.
Dukkard prüfte das Fahrzeug von allen Seiten, betrachtete die Waren an der Ladefläche des Lorriks und wirkte zufrieden mit all dem, was er gesehen hat. Hinten stapelten sich Lebensmittel, Getränke und diverse Utensilien an. Skwalk erklärte, dass man üblicherweise ein Teil der Ware zu jede Kaserne brachte, anstatt das ganze irgendwo in einem Lager abzuladen.
„Das passt uns gut in den Kramm“ dachte Dukkard. Skwalk warnte ihn, dass die Aufseher bei den Eingangstoren zu einem Problem werden konnten. „Wense mürrisch druf sind, werdn se vermutlich den Lorrik von A nach O durchwühlen,- meinte Skwalk „Dabei werdn se euren turguss entdecken und das wäre ne klumpige Sache!“
„So, wir können gleich losfahren. Eine Sache noch, die ich noch klären will.“- Dukkard drehte sich zu Alwine: „Hast Du dein Zauberkästchen dabei, zufällig?“ Molla starrte mit Neugier zu Alwine rüber. Zauberkästchen. Zauberkästchen! Klatschte er in seinem Geist in die Hände. Doch Alwine war nicht so begeistert von dieser Bezeichnung: „Es heißt: Tränkehalter, nicht Zauberkästchen!“ schnaubte sie.“Natürlich, ich habe ihn immer bei mir dabei!“ Sie deutete auf einen Ledergürtel, der um ihre Taille gebunden war. „Was ist das?-, obwohl es nach nichts besonders aussah und Molla den Gürtel eigentlich schon viele Male gesehen hat, strahlte seine Augen Faszination aus.
„Es ist ein Gürtel, mit gängigen Mixturen in kleinen Mengen und getrocknete Kräuter.“-sie zog den Gürtel aus und zeigte die viele kleine Taschen, mit denen er bestückt war. In jeder dieser Taschen, lag ein kleines Fläschchen. „Ohhh,-gab Molla von sich und streichelte vorsichtig eine der Fläschchen. „Sowas habe ich noch nie gesehen!“
„Das haben nur Tränkemeister, wie unsere Alwine,- lächelte Dukkard.“Es steckt so einiges an Überraschungen in ihr!“
„Was denn noch?“- fragte Molla mit großem Interesse.
„Du wirst es schon herausfinden,“ -zwinkerte ihn Dukkard zu.
Alwine beobachtete die Beiden mit leichtem Schmunzeln auf den Lippen: „Wofür brauchst Du das, Dukkard?“
„Nun, wir werden die Wache an den Toren beschwichtigen müssen, sonst, befürchte ich, kommen wir nicht so einfach durch. Man hat mich gewarnt, dass die Burschen am Eingang ziemlich mies drauf sind,“
„Mal überlegen. Ich habe hier so verschiedenes Zeug, als erstes eine Alandikraut, die einem den Verstand für ein paar Stunden raubt. Dann..“
Dukkard unterbrach sie: „Nein, nein. Wir brauchen etwas, was sie bei Verstand hält, und jedoch gutmütig und freundlich macht! All zu sehr darf es keine Auswirkungen zeigen.“
Alwine biss sich auf die Lippen und dachte nach. Sie murmelte alle mögliche für Molla und Dukkard unbekannte Bezeichnungen und Namen bis ihr Gesicht aufleuchtete: „ Ich weiß! Es gibt eine Mixtur, schwer zu mischen, aber wir haben Glück. Ich habe sie sogar bei mir!“ Sie zog eine der Fläschchen aus dem Gürtel und führte sie vor Dukkards und Mollas Augen.
“Das ist eine Placartto, eine Besänftigungsmixtur, so zusagen! Amazonen nutzen sie wenn sie Hubatantus jagen. Man verteile mit Placartto bespritzte Stücke Fleisch um seiner Höhle herum und warte bis er sich „ködern“ lässt. Von der Mixtur besänftigt kann man ihn zähmen.“
„Aber, ist das nicht zu aufwendig?- fragte Molla „Die Amazonen, sie können doch den Hubatantus auch so erledigen? Sie sind doch alle gut im jagen…oder..nicht?“
„Wir töten keine Hubatantus, wir zähmen sie und wir leben mit ihnen Haut zu Haut. Sie sind stark und schnell und können uns in vielen Sachen behilflich sein, als Reittiere etwa.“
Dukkard brach dieses Gespräch ab: „Es ist alles schön und gut, und wir werden noch genug Zeit haben um mehr darüber zu erfahren. Alwine, sag mir doch lieber, wie es mit dieser Mixtur gehen soll, wenn sie ein Riesenvieh außer Gefecht setzt?“
„Alles eine Frage der Dosierung. Ich werde nur eine kleine Spur in die Getränke rein mischen.- dabei holte sie eine winzige Spritze raus.
“Diese Romily-Erfrischungsgetränke sind zurzeit auf Romulus sehr beliebt. Wir müssen sie am besten kalthalten. Molla, such Dir ein schönes Plätzchen dahinter, aber tue mir einen Gefallen, verspeise nicht unsere ganze Lieferung!“- sagte Dukkard mit einem Lachfunken in den Augen.
Molla schmollte, so verfressen hingestellt zu werden gefiel ihn ganz und gar nicht „Ich habe keine Hunger!- brummte er und kletterte auf die Ladefläche des Lorriks.
Aus einem dichten Gebüsch voller kleinen lästigen Insekten, wo der Lorrik versteckt war, kamen sie bald auf einen halbwegs brauchbaren Weg. Lorrik wackelte in alle Richtungen und sie wurden bis auf die Knochen durchgeschüttelt. Es gab keine Schutzscheiben und der warme Wind pustete Dukkard und Alwine angenehm ins Gesicht. Molla nahm sich das Recht bei Dukkard geistig zu verweilen und schaute mit seinen Augen die vorbeihuschende Umgebung an.
Eine halbe Stunde lang fuhren sie immer noch durch einen dichtbewachsenen Wald, doch dann, wie aus dem Nichts, erschienen vor ihnen groteske pilzartige Rollsteine, die sich auf dem gelben Horizont verschwommen abzeichneten. Die Berge der Enmori. Wald wurde immer dünner, bis er ganz verschwand. Übrig blieben nur spärliche Grasinseln, die auf einem Flachland hin und wieder auftauchten.
Sie machten einen Bogen um den ersten Berg und erblickten die Strafkolonie, die vor ihnen, wie ein Spiegelei auf den Teller, in einer Mulde lag.
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